Magdeburg l Das Aktionsbündnis "Grundschulen vor Ort" hält den Schulentwicklungsplan des Landes für "definitiv gescheitert". Die SPD habe als die letzte der im Landtag vertretenen Parteien öffentlich bestätigt, dass die Planung in der vorliegenden Form nicht umsetzbar sei, sagte Sprecher Walter Helbling.

Hintergrund sind Äußerungen von SPD-Landes- und Fraktionschefin Katrin Budde, die in einem Volksstimme-Gespräch die ab 2017 für Grundschulen geplante Schüler-Mindestzahl in Frage gestellt hatte. "Ich meine, dass wir neu überlegen sollten, ob es nicht vernünftig ist, für mehr Schulen im ländlichen Raum die Mindestzahl von 60 Schülern zuzulassen", sagte sie. "Das ist eine vernünftige Mindestgröße, um einen qualitativ hochwertigen Schulbetrieb zu ermöglichen." Bislang ist vorgesehen, dass ab 2017 in nahezu allen Grundschulen mindestens 80 Schüler statt bislang generell 60 lernen sollen.

Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) wollte sich nicht zum Budde-Vorstoß äußern. Der Koalitionspartner der SPD, die CDU, will künftig in sogenannten Grundschulverbünden wirtschaftlich und organisatorisch größere Einheiten schaffen. Fraktionschef André Schröder: "Wir halten dies für eine demografiefeste Möglichkeit, eine zweite Schließungswelle im Land zu verhindern."

Die oppositionelle Linke hält die bislang ab 2017 geplante Mindestgröße für realitätsfremd.