Halberstadt/Magdeburg l Sie haben sich als "Radlader-Bande" und "Gasbomber" im mittleren und nördlichen Sachsen-Anhalt bereits zehnmal erfolgreich den Weg zu Hunderttausenden Euro entweder freigesprengt oder mit schwerer Technik freigeräumt. In weiteren zwölf Fällen scheiterte der Versuch. Die Ermittlungsgruppen "Explosion" und "Schaufel" wollen den modernen Bankräubern nun auf die Schliche kommen.

Der letzte Geldautomat war am 30. Juni in Drewitz bei Möckern im Jerichower Land gesprengt worden. Die Täter erbeuteten dabei mehrere zehntausend Euro. Kurze Zeit später gründete sich die beim Landeskriminalamt (LKA) angesiedelte Ermittlungsgruppe "Explosion". Dort untersuchen Kriminalisten aus dem Harzkreis gemeinsam mit den Experten des LKA die Serie. Sprecher Andreas von Koß: "Weil es im Brandenburger und Berliner Bereich ähnliche Angriffe gibt, prüfen wir auch dort Zusammenhänge." Zum Stand der Ermittlungen wollte er aber keine Angaben machen.

Nach Recherchen der Volksstimme kommen wegen der unterschiedlichen Handlungsweisen mindestens drei Tätergruppen in Frage, die aus dem Harz stammen sollen. Dafür spreche einiges, meinen die Ermittler.

Begonnen hatte die Serie in Ilsenburg und Wasserleben, worauf dort auch die Sonderkommission "Ilse" gegründet wurde. Den Namen erhielt sie, weil die ersten Tatorte entlang des Flusses Ilse lagen. Später agierten die Gasbomber auch in anderen Teilen des Landes. Während die Täter an einigen Tatorten keinerlei Spuren hinterließen und alle Geräte wieder mitnahmen, gab es eine andere Gruppe, die die Gasflaschen liegen ließ. Letztere kommt nicht nur für Sprengungen in der Börde und im Jerichower Land in Betracht, sondern auch für weitere Fälle in Brandenburg. Die dritte Gruppe bewaffnete sich mit Radladern und riss Tresore und Geldautomaten am Stück aus Gebäuden heraus.