Magdeburg | Die gute Nachricht zuerst: bei dem heftigen Sommergewitter wurde niemand verletzt. Trotz heftiger Windböen, starken Regens, grellen Blitzen und dröhnendem Donner konnten sich die Magdeburger in Sicherheit bringen.


Um 14.40 Uhr zum Start des Berufsverkehrs hatte alles begonnen: Eine schwarze Wand zog von Südwesten kommend über Ottersleben nach Magdeburg hinein. Innerhalb weniger Minuten standen tiefe Plätze, Wege und Straßen unter Wasser. Mit voller Wucht traf es auch Buckau. Auf der Schönebecker Straße war stellenweise kein Durchkommen mehr. Die Straßenunterführung am Buckauer Bahnhof soff innerhalb weniger Minuten regelrecht ab. Auch in den Kellern des Bahnhofes stand das Wasser. Ein ähnliches Bild bot sich an der Straßenunterführung Schanzenweg. Dort blieben mehrere Autos stecken. Die Feuerwehr musste mit schweren Pumpen anrücken.

Betroffen war auch das Altenheim in der Hesekielstraße. Dort lief Wasser in den Keller. In der Halberstädter Chaussee/Ecke Niendorfer Straße/Diesdorfer Graseweg schoss das Wasser über die leicht abschüssigen Felder in die Stadtrandgebiete. In weniger als einer Stunde musste die Feuerwehr zu 18 Wassereinbrüchen ausrücken.

Aufgrund des Regens kam es auch zu Sperrungen: Wie die Magdeburger Verkehrsbetriebe informierten, waren die Brücken am Bahnhof Buckau und am Schanzenweg dicht. Die Buslinie 58 konnte daher nicht bis Wasserwerk fahren. Und auch die Buslinien 52 und 54 fuhren in veränderter Linienführung.

Kurzzeitig gab es auch Angst um die Johanniskirche. Dort hatten Passanten Rauch am Turm aufsteigen sehen. Ein Feueralarm in der Johanniskirche bestätigte sich allerdings nicht. Vermutlich hatte es sich um Wasserdampf gehandelt, weil Regen auf den heißen Turmabdeckungen verdampfte.

Der Deutsche Wetterdienst Magdeburg meldete einen Niederschlag von 42 Litern pro Quadratmeter zwischen 14.40 Uhr und 15.30 Uhr. Zusammen mit den Niederschlägen vor und nach dem Gewitter ging über Magdeburg am Montag mit 51,5 Liter pro Quadratmeter exakt genauso viel Regen runter wie sonst im ganzen August.

Entwarnung kann allerdings noch nicht gegeben werden. Mario Brych vom Deutschen Wetterdienst mahnte: "Der Luftmassenaustausch ist noch nicht vollständig abgeschlossen. Die nächsten Tage werden sich bei 20 bis 25 Grad Celsius einpegeln. Die Gewittergefahr ist aber noch nicht vollständig gebannt."