Magdeburg (bo) l Anrufe nach Feierabend, E-Mails auch in den Ferien: Nordrhein-Westfalens Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) fordert, die Erreichbarkeit von Beschäftigten außerhalb ihrer Dienstzeit mit einer "Anti-Stress-Verordnung" gesetzlich einzuschränken.

"Es ist richtig, Arbeitnehmer vor überzogenen Arbeitgeber-Vorstellungen einer Tag-und-Nacht-Allgemeinverfügbarkeit 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche zu schützen", sagte dazu ein Sprecher des sachsen-anhaltischen Sozialministeriums der Volksstimme. Mit der Konkretisierung des Arbeitsschutzgesetzes im vorigen Jahr, wonach neben körperlichen jetzt ausdrücklich auch psychische Gefährdungen zu vermeiden seien, sei eine wichtige und richtige Weichenstellung erfolgt. Diesen Grundsatz gelte es, branchentypisch umzusetzen - rechtssicher und praktikabel.

"Die Tarifpartner sind am Zug", sagte der Sprecher. "Sollten sie sich schwertun, muss der Staat einen gedanklichen Anstoß geben." Die Idee einer Anti-Stress-Verordnung klinge charmant. "Allerdings sehe ich jetzt schon die Stressfalten auf der Stirn jener, die eine solche Bundes-Verordnung schreiben und abstimmen müssten."