Magdeburg (rs) Im Streit um den Bau einer Hochwasserschutzmauer auf dem Werder in Magdeburg hat jetzt auch der Bund für Umwelt und Naturschutz BUND eingegriffen. Weil in diesem Zusammenhang 90 Linden fallen sollen, hat der BUND Anzeige wegen des geplanten Verstoßes gegen das Landesnaturschutzgesetz gestellt.

BUND-Geschäftsführer Oliver Wendenkampf sagte: "Alleen und einseitige Baumreihen an öffentlichen oder privaten Verkehrsflächen und Feldwegen sind gesetzlich geschützt. Wir hoffen allerdings, dass unsere Anzeige ausreicht, die zuständige Untere Naturschutzbehörde davon zu überzeugen, die Abholzung der betroffenen Linden nicht zu genehmigen. Sollte dies doch der Fall sein, sehen wir uns im Interesse des Schutzes der Verfassung des Landes Sachsen - Anhalt genötigt Klage einzureichen."

Letztendlich sei der Hochwasserschutz für die Bewohner des Werder auch anders und effektiver zu realisieren. zum Beispiel durch die Rückverlegung der Deiche im Süden der Landeshauptstadt.

Von der Anzeige werden nicht alle Bewohner des Werder erfreut sein. Sie wünschen sich einen schnellen und effektiven Hochwasserschutz. Der Werder konnte beim Hochwasser 2013 nur mit enormen Personal- und Technikaufwand vor einer Überflutung geschützt werden. Die Stadt als Bauherr der Hochwasserschutzmauer begründet die Fällung der Bäume mit technologischen Bedingungen.

Beim Bau werde der Wurzel- und Kronenbereich der Bäume so stark in Mitleidenschaft gezogen, sodass ein Absterben der Linden befürchtet wird. Ein Gutachten hatte das bestätigt. Ein verlegen der Hochwasserschutzmauer in Richtung Elbe ist aus Naturschutzgründen nicht möglich.