Magdeburg l Im vergangenen Jahr sind die Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) in eine Offensive zur Anwerbung von neuen Bus- und Straßenbahnfahrern gegangen. Hintergrund: Immer wieder gab es Beschwerden von Fahrgästen, dass Fahrzeuge ausfallen. Gerade bei Linien mit langen Taktungen kann dies dazu führen, dass Fahrgäste Anschlüsse nicht erreichen.

Zumindest was das strukturelle Problem der fehlenden Mitarbeiter angeht, scheint sich die Lage entspannt zu haben. Auf Nachfrage der Volksstimme sagt MVB-Sprecher Tim Stein: "Uns ist es gelungen, unseren Personalmangel zu überwinden. Wir haben seit Januar 2013 insgesamt 66 neue Mitarbeiter eingestellt. Alle Planstellen sind damit besetzt." Dennoch bilde das kommunale Verkehrsunternehmen vorsorglich weiterhin Straßenbahnfahrer aus und stellt Busfahrer ein. Grund: Mitarbeiter, die aus den verschiedensten Gründen aus den Verkehrsbetrieben ausscheiden, sollen auch in Zukunft kompensiert werden können.

Allein für das laufende Jahr hatten sich die MVB vorgenommen, weitere 15 Straßenbahnfahrer auszubilden. "Dies ist notwendig, um aus Altersgründen ausscheidende Mitarbeiter zu ersetzen. Außerdem ist es bei einem großen Unternehmen normal, eine gewisse Fluktuation der Mitarbeiter zu haben", erläutert Tim Stein.

Während es vor einem Jahr noch hieß, dass das Unternehmen keine eigenen Busfahrer ausbilden kann, hat es auch in diesem Punkt inzwischen Veränderungen gegeben: "In Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur qualifizieren wir außerdem neue Busfahrer", berichtet der MVB-Sprecher.

Verspätungen oder Ausfälle von Bussen und Bahnen wird es aber auch in Zukunft geben: "Leider ist es aber nicht möglich, kurzfristige Krankmeldungen von Mitarbeitern sofort zu kompensieren. Unsere Frühdienste beginnen meistens gegen 4 Uhr. Kann ein Kollege aus gesundheitlichen Gründen seinen Dienst nicht antreten, ist es schwer, sofort einen Ersatz zu finden", berichtet Tim Stein. Sogenannte Reservedienste, bei denen ein Mitarbeiter sich im Betriebshof zum Dienst meldet und nur einspringt, wenn ein anderer Mitarbeiter ausfällt, seien heutzutage nicht mehr üblich, da sie sehr kostenintensiv sind. Aus diesem Grund setzen die MVB als Unternehmen Aushilfsfahrer im Straßenbahnbereich ein. Die Studenten werden stundenweise engagiert, um Verkehrsspitzen und Sonderverkehre übernehmen zu können.

Keinen Einfluss haben die MVB auch, wenn Unfälle oder zum Zeitpunkt der Personalplanung noch nicht bekannte Sperrungen wie die der Kirschweg-Brücke Umleitungen erforderlich machen. Wichtig gerade in diesem Zusammenhang der Informationsfluss an die Fahrgäste: Via Twitter klappt das schon, und in wenigen Wochen soll das auch über die elektronischen Anzeigentafeln funktionieren.