Milchwerke Mittelelbe
Das Stendaler Unternehmen gehört seit 1991 zur Krüger-Gruppe (Bergisch-Gladbach) und hat rund 330 Mitarbeiter. Täglich werden rund eine Million Liter Milch verarbeitet, Produkte werden in über 40 Länder geliefert. Der Jahresumsatz beläuft sich auf rund 200 Millionen Euro. Die Milchwerke sind aus einer 1896 gegründeten Zuckerfabrik hervorgegangen. 1949 entstand der VEB Dauermilchwerke Stendal als größter Produzent von Trockenmilch und Babynahrung ("Babysan") in der DDR.

Bacillus subtilis
Infektionen: Der Bacillus subtilis kann in hoher Keimzahl in seltenen Fällen eine Lebensmittelvergiftung auslösen.
Krankeitsbild: Bestimmte Enzyme im Erreger wandeln die in der Nahrung enthaltenen Einweiße zu biogenen Aminen (basische Moleküle) um. Das kann Erbrechen und Durchfall verursachen.
Vorkommen: Bacillus subtilis kommt in humusreicher Erde, in Staub, Wasser, Luft und im Darm von Mensch und Tier vor.

Stendal l Wegen möglicher Bakterien-Belastung ruft der US-Schokoladenkonzern Mars auch in Deutschland zahlreiche Milchgetränke zurück. Betroffen seien die 350-Milliliter-Flaschen Mars Milk, Bounty Drink, Snickers Shake und Milky Way Milk mit Mindesthaltbarkeitsdatum zwischen dem 19. Dezember 2014 und 11. April 2015, teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz am Dienstag auf der Homepage lebensmittelwarnung.de mit.

Abgefüllt worden sind die Produkte in Stendal bei der Milchwerke Mittelelbe GmbH rund neun Monate vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums, wie ein Deutschland-Sprecher des Mars-Konzerns in Viersen der Volksstimme sagte. Die seit März hergestellten Drinks seien überwiegend nach Großbritannien geliefert worden. Deutschland sei nur in geringem Maße betroffen, sagte Unternehmens-Sprecher Martin Neipp von Mars Chocolate, ohne genaue Zahlen zu nennen.

In Großbritannien war nach Unternehmensangaben die Bakterienbelastung festgestellt worden, nachdem Konsumenten über Übelkeit und Durchfall geklagt hatten. Seit Donnerstag der vergangenen Woche werden in verschiedenen europäischen Ländern Milchgetränke aus Stendaler Abfüllung zurückgerufen. In Deutschland habe es bisher keine Vorfälle gegeben, erklärten die Milchwerke am Abend.

"Im Rahmen von Eigenuntersuchungen des Herstellers von Rückstellproben der Rohwaren und fertigen Produkte wurde das Bakterium Bacillus subtilis nachgewiesen", teilte der Landkreis Stendal als Lebensmittelüberwachungsbehörde mit. Bei Standarduntersuchungen, die in den Milchwerken regelmäßig durchgeführt werden, habe es zuvor keine Befunde gegeben, sagte ein Sprecher des Landkreises. Die Milchwerke hätten schnell reagiert. Zur Ursache gab es gestern keine Informationen. "Ein Expertenteam, zu dem auch Mitarbeiter der britischen Schwesterfirma gehören, untersuchen dies gerade vor Ort in Stendal", sagte Mars-Sprecher Neipp.