Letzlingen l "Der sollte morgen in Warnemünde eingesetzt werden. Nun können wir ihn nur noch verschrotten." Vollkommen fassungslos steht Armin Neumann vor seinem Bagger CAT 330D. Das schwere Abrissgerät ist komplett ausgebrannt. Neumann und sein Geschäftsführerkollege Pierre Diemling aus Burg beziffern den Schaden, der ihrer Baustoffrecyclingfirma entstanden ist, mit rund 450000 Euro.

Der Brandanschlag auf das private Unternehmen, das auf dem Truppenübungsplatz Altmark nahe Hillersleben derzeit alte Gebäude der Sowjetarmee abreißt, könne eindeutig den Antikriegsprotestlern des Camps "War starts here" (Der Krieg beginnt hier) zugeordnet werden, bestätigt gestern Oberst Gunter Schneider, Leiter und Standortältester des Gefechtsübungszentrums.

Seit einer Woche halten sich etwa 250 Antikriegsprotestler in einem internationalen Camp nahe des Truppenübungsplatzes Altmark auf. Für Sonnabend hatten die Teilnehmer auch im Internet zahlreiche Aktionen gegen die Bundeswehr angekündigt. Auf Sachbeschädigungen und das unbefugte Eindringen auf Militärgelände sei man deshalb eingestellt gewesen, dass sich die Campteilnehmer in diesem Jahr allerdings so viele zivile Ziele für ihre Zerstörungen aussuchten, zeuge "von einer neuen Qualität", so Schneider.

Schäden in Höhe von rund 16300 Euro habe die Bundeswehr zu verzeichnen, weitere Schäden in Höhe von rund 5400 Euro entstanden unter anderem auch Jägern durch die Beschmutzung und Zerstörung von Hochsitzen. Die selbsternannten Friedensschützer hatten diese umgekippt und darauf Sprüche wie "Soldaten und Jäger sind Mörder" hinterlassen.

Auch auf einer Baggerschaufel der Burger Firma ist gestern noch das Wort "Mörder" zu lesen. Geschäftsführer Pierre Diemling kann sich angesichts dessen nur an die Stirn tippen. "Hätten wir gewusst, dass uns hier sowas passieren kann, hätten wir unsere Fahrzeuge hier aber nicht abgestellt", sagt er.

Rund 550 Soldaten seien zwar in der vergangenen Woche im Einsatz gewesen, "wir können auf über 232 Quadratkilometern aber natürlich nicht überall sein", bedauert Oberst Gunter Schneider. Dass der Brandanschlag nicht noch dramatischer ausging, ist offenbar nur dem schnellen Auftauchen des Bundeswehrhubschraubers zu verdanken, bei dessen Anblick die bisher unbekannten Täter flüchteten. Denn neben dem Bagger war in drei weiteren schweren Baufahrzeugen Brandbeschleuniger gefunden worden. Besonders brisant: Zwar extra bewacht und gesichert, aber in Sichtweite des Fahrzeugabstellplatzes, auf dem der Bagger brannte, befindet sich das Fundmunitionslager des Truppenübungsplatzes, wo derzeit noch tonnenweise Fundmunition lagert.

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