Magdeburg l Die Mitteilung des CSD-Vereins Magdeburg kam am Montag dann doch etwas überraschend. Unter der Überschrift "Oberbürgermeister geht auf CSD-Organisatoren zu", teilte Vereinsvorsitzender Mathias Fangohr mit: "Oberbürgermeister Dr. Trümper entschuldigte sich beim Verein für die öffentlich entstandene Schuldzuweisung und die daraus entstandene Debatte, die nach seinen Worten nicht darauf abzielte, das Engagement rund um den Christopher Street Day zu schmälern." Weiterhin habe der OB betont, dass er keinerlei homophobe Ansichten vertrete.

Diese Entschuldigung bleibt allerdings unbestätigt. OB Lutz Trümper wollte sich am Montag trotz mehrmaliger Volksstimme-Nachfrage nicht zu der Erklärung der CSD-Veranstalter äußern. Die Informationen beruhen daher nur auf den Angaben des Magdeburger CSD-Vereins.

Die Zusammenkunft zwischen Trümper und dem Verein hat demnach bereits am Donnerstag vergangener Woche stattgefunden. Es war das erste direkte Gespräch zwischen beiden Seiten seit 2011. Anders als damals sei dieses Mal Oberbürgermeister Trümper auf den Verein zugegangen und habe sich mit dem Vorstand des CSD Magdeburg e. V. gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten Heike Ponitka zu einem persönlichen Gespräch in den Räumen des CSD Magdeburg e. V. getroffen. Der Verein hatte um Teilnahme der Gleichstellungsbeauftragten gebeten und zugleich seine eigenen Büros als Treffpunkt vorgeschlagen. Dass erst am Montag über das Gespräch informiert wurde, sei eine rein organisatorische Frage gewesen, sagte CSD-Vereinsvorsitzender Mathias Fangohr. Nach seiner Mitteilung seien diese Punkte in einem "konstruktiven Gespräch" vereinbart worden (Wortlaut nach CSD-Mitteilung):

1. Konkretisierung und unmissverständliche Formulierung der Vorschriften der Ordnungsverfügung und Sondernutzungserlaubnis bei künftigen Stadtfesten anlässlich des Christopher Street Days sowie konkrete zeitliche Vereinbarungen.

2. Prüfung, inwiefern die Stadtreinigung künftig direkt nach dem Stadtfest des CSD Unterstützung bei der Müllbeseitigung und Reinigung des Alten Marktes leisten kann, wie es beim Christopher Street Day in anderen Städten längst gängige Praxis ist.

3. Etablierung eines direkten Drahtes zwischen dem Vorstand des CSD und Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper. Künftiger Klärungs- und Informationsaustausch soll in direkter Absprache erfolgen.

Nach Darstellung des Vereins sind damit die wichtigsten Punkte aus der öffentlichen Debatte der vergangenen Tage geklärt worden.

Auslöser war ein Trümper-Anruf bei der Volksstimme am Sonntag nach dem CSD-Fest. Darin hatte sich der OB über den unsauberen Zustand des Alten Marktes am Sonntagmorgen beklagt. Die Volksstimme hatte diesen Anruf öffentlich gemacht. Es folgten eine Debatte und zahlreiche Meinungsäußerungen, die von Zustimmung bis Ablehnung für Trümpers Kritik reichten.

Der CSD-Verein hat nun das Einlenken von Trümper begrüßt. In seiner Mitteilung heißt es weiter: "Der Vorstand des CSD Magdeburg e. V. weiß die Entschuldigung und das Gespräch zu schätzen und hofft auf eine gute Zusammenarbeit." Die Ergebnisse des Gesprächs wurden von der Gleichstellungsbeauftragten protokolliert und sollen in die weitere Arbeit der Verwaltung und der Ratspolitik einfließen, hieß es seitens des CSD-Vereins.