Magdeburg l Mit voller Energie und einer Unterschriftenaktion wollen Heike und Christoph Rudhard die Panoramabahn im Elbauenpark vor der geplanten Stilllegung und ihrem Abbau bewahren. 1250 Unterschriften wurden bereits gesammelt. "Diese Zahl von Unterschriften ist ein eindeutiges Bekenntnis zur Panoramabahn und für ihre Erhaltung", sagt Christoph Rudhard.

Magdeburger und Besucher aus dem In- und Ausland (USA, Russland, Spanien, Frankreich, Schweiz, Niederlande) haben sich bereits auf den Listen mit Name und Adresse eingetragen. "Dabei wurden wir in Gesprächen immer wieder mit der Aussage konfrontiert, dass viele Besucher gerade wegen dem Elbauenpark und wegen seiner besonderen Attraktionen, und dazu zählt auch die Panoramabahn, nach Magdeburg gekommen sind", erzählt der 60-Jährige.

Bereits wenige Tage nach dem Stadtratsbeschluss zur Stilllegung der schwebenden Parkattraktion hat das Ehepaar eine Unterschriftenaktion gestartet. Jedes Wochenende sammeln Heike und Christoph Rudhard direkt an der Panoramabahn Stimmen für den Erhalt. Stammgäste waren sie bislang im Park nicht. "Wir haben die Anlage aber wieder für uns neu entdeckt", so Christoph Rudhard. Er befürchtet, dass mit der Stilllegung schon morgen nicht mehr nur die Bahn, sondern der ganz Park zur Disposition steht. "Mit der geplanten Stilllegung und Demontage der Bahn wird zwangsläufig der Anfang vom Ende des Elbauenparks eingeläutet, womit nicht nur die Attraktivität, sondern vor allem die Besucherzahlen spürbar zurückgehen werden. Eine solche Entwicklung können wir uns als Bürger dieser Stadt, die vornehmlich auf die Förderung von Kultur und Tourismus als Wirtschaftsfaktor angewiesen ist, nicht leisten", ist Christoph Rudhard der Ansicht.

Ideen für die kostspielige Sanierung der Bahn hat der Planungsingenieur bei der Deutschen Bahn schon. "Das Vorhaben könnte mit Hilfe von Spenden realisiert werden. Firmen könnten für die einzelnen Stelzen Patenschaften übernehmen. Für die Spende kann jeder sein Firmenlogo auf der Schienenkonstruktion hinterlassen.

Eine Minieisenbahn als Alternative für die Panoramabahn hält das Ehepaar nicht für sinnvoll. "Die Infrastrukur des Parks ist nicht gemacht für ein Fortbewegungsmittel, das den Kleinen und Großen Cracauer Anger verbindet. Allein die Fußgängerbrücke ist für eine Minibahn und die Spaziergänger zu schmal", so der Ingenieur und ergänzt: "Weitere Haltestellen zum Ein- und Aussteigen könnte man auch für die Panoramabahn schaffen - wenn man will."

1250 Unterzeichner sind nicht wenig, sie dürften aber angesichts des Stadtratsbeschlusses ins Leere gehen und nicht genügend Gewicht besitzen, um eine Stilllegung der Bahn zu verhindern. Heike und Christoph Rudhard wollen dennoch Kopien der Unterschriftenlisten den Stadträten zukommen lassen in der Hoffnung, dass die von den Bürgern gewählten Räte das Thema noch mal auf die Tagesordnung der Stadtratssitzung bringen.

Alle Ratsfraktionen, bis auf die Linken, befürworteten im vergangenen Juni das Aus für die Hochbahn. Grund ist die zum Jahresende auslaufende Betriebserlaubnis für die 15 Jahre alte Schienenkonstruktion auf Stelzen. Ihre Sanierung wird mit zwei Millionen Euro veranschlagt. Vor dem Hintergrund sinkender Fahrgastzahlen und anderer schwerer Sanierungsfälle im Park wie der Jahrtausendturm sieht eine Ratsmehrheit das Geld anderenorts sinnvoller investiert.