Magdeburg l Dienstagvormittag, 11 Uhr, Intercity-Hotel am Hauptbahnhof: Der Feueralarm schlägt an, ein schriller Ton schallt bis zum Hauptbahnhof. Aus einem Fenster im vierten Stock quillt Rauch. Erste Passanten bleiben verdutzt stehen und fangen an zu tuscheln. Dann, plötzlich, dringen erste Hilferufe aus dem Hotel nach außen. Offenbar sind Leute in ihren Zimmern eingeschlossen

Inmitten einer kleinen Menschentraube vor dem Haus steht Daniel Marggraf von der Berufsfeuerwehr Magdeburg gemeinsam mit seinen Kollegen. In der Hand hält er ein Walkie-Talkie. "Es läuft alles nach Plan", sagt er. Marggraf ist von der Abteilung Vorbeugender Brandschutz. Er schaut bei diesem Einsatz ganz genau hin. Marggraf und seine Kollegen kontrollieren, wo vielleicht nachgebessert werden muss. Die Evakuierungsübung des Intercity-Hotels findet jedes Jahr statt. Auf Wunsch des Hotels wird eine Brandbekämpfung geübt.

Im Einsatz sind zwei Löschzüge der Feuerwehr Nord und Süd. "Die Kollegen wissen, dass das hier eine Übung ist. Sie wissen aber nicht, wie die Lage vor Ort ist", sagt Marggraf.

Die Situation im Hotel ist unübersichtlich. Im vierten Stock des Haues ist der Nebel so dicht, dass man seine eigene Hand nicht mehr vor dem Gesicht sieht. Erzeugt wird der weiße Rauch durch Diskonebel-Maschinen. Stroboskope sorgen zusätzlich für Verwirrung. Aus mehreren Zimmern dringen Hilferufe. Auf der Etage liegen zehn Verletzte, die teilweise über eine Drehleiter geborgen werden sollen. "Und jetzt müssen Sie sich vorstellen, der Rauch ist nicht weiß, sondern schwarz. Es ist unerträglich heiß und von den Decken tropft Löschwasser", sagt Marggraf.

Wenige Minuten nach dem Brandmeldealarm trifft die Einsatzleitung am Hotel ein. Wenig später rollen die Fahrzeuge des ersten Löschzuges auf das Hotelgelände, darunter ein Drehleiterwagen. "Bestätigt sich der Feueralarm, tritt automatisch die zweite Stufe in Kraft", sagt Feuerwehrmann Marggraf. Die Einsatzleitung lokalisiert den Brand und gibt in diesem Fall durch, dass Menschenleben in Gefahr sind. Beide Züge, jeweils zwölf Mann, sind jetzt in vollem Einsatz. Während sich die Drehleiter in den Himmel schiebt, kämpfen sich die Feuerwehrmänner im Hotel Stockwerk um Stockwerk empor.

Am Ende werden alle zehn Verletzten geborgen. Alles verläuft nach Plan. "Wir müssen das immer wieder trainieren", sagt Marggraf. Denn im Einsatz müssen alle wie ein Uhrwerk funktionieren.


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