Magdeburg l Die Antwort aus dem Bauderzernat auf die Anfrage der Stadtratsfraktion Die Linke/Gartenpartei dürfte im heutigen Stadtrat für Diskussionsstoff sorgen. Am Dienstag lag sie auf dem Tisch der Oberbürgermeister-Beratungsrunde, wurde dort abgesegnet und im Internet öffentlich gemacht.

Die Fraktion wollte wissen, warum der Fahrradaktionstag am 28. Juni dieses Jahres von der Stadt nicht unterstützt wurde - keine Werbung auf den städtischen Internetseiten für den Aktionstag, Werbeflyer und Plakate durften in den Bürgerbüros nicht ausgelegt werden und die relevanten städtischen Ämter beteiligten sich auch nicht mit Info-Ständen am Aktionstag.

Ausgerichtet wurde der Fahrradaktionstag vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) in Kooperation mit den Magdeburger Grünen und dem BUND. Und mit dem ADFC hat die Stadt ganz offensichtlich ein Problem, denn die Antwort von Baubeigeordnetem Dieter Scheidemann fällt deutlich aus. Der Fahrrad-Aktionstag sei eine politische Veranstaltung, da die dazugehörende Fahrraddemonstration auch als Demonstration angemeldet worden war. Und dass die Fahrraddemonstration über den Magdeburger Ring führte, "trägt nicht zu einer ausbalancierten Interessenswahrnehmung in der Stadt Magdeburg bei", so Scheidemann in seiner Stellungnahme. Warum die Stadt dem ADFC erst einmal den "Stuhl vor die Tür" gesetzt hat, wird in der weiteren Stellungnahme deutlich. Die Auffassungen zwischen Stadt und ADFC zu den Leistungen der Stadt im Verkehrsbereich seien nicht "deckungsgleich".

"Die Behauptung, die im Vorfeld des Fahrradaktionstages 2014 aus dem Kreis des Veranstalters heraus öffentlich verbreitet wurde, die Landeshauptstadt Magdeburg würde keine Finanzmittel für Belange des Radverkehrs bereitstellen, ist nicht richtig", argumentiert der Baubeigeordnete. "Solange solche Behauptungen im Raum stehen, ist eine Kooperation zwischen der Landeshauptstadt Magdeburg und dem Veranstalter des Fahrradaktionstages nicht möglich." Und um für die Zukunft klare Verhältnisse zwischen Stadt und ADFC zu schaffen: In der Vergangenheit habe sich die Stadt an Aktionstagen wie dem Fahrradaktionstag beteiligt und wolle dies auch in Zukunft tun, "wenn seitens des Veranstalters auf kontraproduktive Statements verzichtet" werde.