Magdeburg/Wiesbaden (dpa) l In Sachsen-Anhalt sind im ersten Halbjahr deutlich weniger Firmen in die Pleite gerutscht als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden vom Freitag gab es von Januar bis Juni 2014 insgesamt 290 Insolvenzverfahren für Unternehmen. Das waren 16,2 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2013. Damals hatten 346 Firmen den Gang zum Insolvenzgericht angetreten.

Im bundesweiten Vergleich gab es in Sachsen-Anhalt den größten Rückgang an Firmenpleiten. 828 Arbeitnehmer waren im Land von Unternehmensinsolvenzen betroffen. Bezogen auf die Branchen gingen vor allem im verarbeitenden Gewerbe in Sachsen-Anhalt weniger Firmen in Insolvenz, wie ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums sagte. "Insgesamt ist bei uns seit dem Jahr 2002 der Trend rückläufig. Damals waren im gesamten Jahr 1950 Unternehmen von Insolvenz betroffen", sagte er. Unterbrochen wurde die Entwicklung seinen Angaben zufolge durch die Finanzkrise im Jahr 2009.

Insgesamt registrierten die Gerichte in Deutschland in diesem Jahr von Januar bis Juni 12032 Unternehmensinsolvenzen, 9,2 Prozent weniger als in den ersten sechs Monaten 2013. Gründe dafür sehen Experten in der Konjunktur und dem robusten Arbeitsmarkt. Allerdings sind die Forderungen von Gläubigern, die bei einer Insolvenz auf der Bezahlung von Leistungen und ihr Geld warten, hoch. So entstanden durch Firmenpleiten im ersten Halbjahr dieses Jahres in Sachsen-Anhalt Forderungen in Höhe von knapp 188 Millionen Euro - bundesweit waren es laut Statistischem Bundesamt rund 14,5 Milliarden Euro.