Seehausen l Die Überwachung der Schulwege von acht Altmärker Kindern durch die Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck war unrechtmäßig. Das hat die Kommunalaufsicht beim Landkreis Stendal festgestellt. Die verantwortlichen Verwaltungsmitarbeiter müssen nun mit Disziplinarverfahren rechnen.

Die beiden hatten sich auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Seehausen postiert, um nachzuweisen, dass acht Kinder zu Unrecht die Seehäuser Grundschule besuchen. Nur zum Schein hätten die Eltern den Wohnsitz ihrer Kinder verlegt, so der Vorwurf. Eine derartige Kontrolle ist jedoch durch die Gesetze nicht gedeckt. Das hat die Kommunalaufsicht dem Verbandsgemeindebürgermeister von Arneburg-Goldbeck, Eike Trumpf (CDU), jetzt klargemacht. "Ihm ist nunmehr bewusst, dass die Aktion unrechtmäßig war. Er wird dies entsprechend auswerten", sagt Kreissprecherin Angela Vogel.

Auf die verantwortlichen Mitarbeiter kommen nun Disziplinarverfahren zu. Zu möglichen Konsequenzen wollte sich Trumpf öffentlich nicht äußern. Er selbst beteuert, er habe erst im Nachhinein von der Überwachungsaktion erfahren.

Kinder dürfen weiter in Seehausen lernen

In der Lokalpolitik schlägt das Thema weiter hohe Wellen. Empört zeigte sich der Gemeinderat Altmärkische Wische. Dort, im Ortsteil Wendemark, hatte sich eine Rathaus-Mitarbeiterin postiert, ihr Kollege hatte das Schulgebäude in Seehausen im Blick. Auch im Verbandsgemeinderat Seehausen gab es am Dienstagabend erheblichen Unmut.

Die acht Kinder, die ursprünglich aus der Hansestadt Werben stammen, dürfen darauf hoffen, dass sie die Grundschule Seehausen auch weiterhin besuchen dürfen. Nach Einschätzung der Kommunalaufsicht hat Arneburg-Goldbeck rechtlich keinerlei Möglichkeiten, den tatsächlichen Wohnort der Kinder zu überprüfen. Das könne allein der neue Wohnort, betont Kreissprecherin Vogel. Die Verbandsgemeinde Seehausen aber hält alle Ummeldungen für ordnungsgemäß.

"Wir haben uns Mietverträge oder die Bescheinigung einer Wohnstätte vorlegen lassen", sagt Verbandsgemeindebürgermeister Robert Reck. "Wir haben sogar überprüft, ob die angegebenen Häuser tatsächlich existieren." Mehr Möglichkeiten habe er nicht.