Magdeburg l Neben der Bewerbung für die Europäische Kulturhauptstadt und den Außenstandort möglicher Olympischer Spiele in Berlin liebäugelt die Landeshauptstadt mit einem weiteren großen Event: Im Mai 2016 sollen die Nationalen Olympischen Spiele für Menschen mit Behinderungen an der Elbe stattfinden

Den ersten Schritt hat die Bewerbung schon genommen. Am Dienstag passierte die Bewerbung auf dem Weg in den Stadtrat die Dienstberatung beim Oberbürgermeister. Auf 10 Seiten hat Sportbeigeordneter Rüdiger Koch (SPD) das Konzept in Grundzügen aufgelistet. Danach schlägt er Magdeburg als Austragungsort für die Nationalen Spiele von Special Olympics Deutschland vor. Im Wechsel von Winter- und Sommerspielen wird diese Großveranstaltung jedes Jahr ausgetragen. Letzter Sommergastgeber war 2014 Düsseldorf.

Magdeburg hat sich als Austragungsort bewährt

Die Spiele sind der sportliche Jahreshöhepunkt für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. Die Zahlen sind eindrucksvoll: Erwartet werden eine Woche lang 5000 Aktive für 19 Sportarten, dazu 14.000 Helfer vom Angehörigen bis zum Kampfrichter sowie weitere 2000 Freiwillige. Eingerahmt wird alles von einer Eröffnungs- und Schlussfeier mit je 10.000 Teilnehmern sowie einer Athletendisco mit 5000 Gästen.

"Wir würden uns sehr freuen, wenn der Stadtrat dem Vorschlag folgt", sagte Sportbeigeordneter Rüdiger Koch. Magdeburg habe beispielsweise mit dem jährlichen Down-Syndrom-Sportler-Festival schon bewiesen, dass die Stadt ein guter Standort sei. Nun wolle man nachlegen.

Allerdings: Zu den Gesamtkosten von rund 1,7 Millionen Euro, getragen von Special Olympics Deutschland, ist für die Stadt eine anteilige Finanzierung von rund 400.000 Euro verbunden, sagte Koch. Diese Summe muss nun der Stadtrat zusammen mit der Bewerbungszusage am 6. November freigeben. Das ist der letzte Termin. Die Entscheidung über die Vergabe trifft Special Olympics Deutschland im November. Einzig bisher bekannte Mitbewerberstadt ist Hannover.

Sportstättenkommission hab Magdeburg besichtigt

Die letzte Austragungsstadt Düsseldorf hatte die Austragung offenbar nicht bereut. Düsseldorfs OB Dirk Elbers resümierte im Mai: "Mit den Special Olympics hat die Landeshauptstadt ein wunderbares Fest des Sports erlebt."

Wie groß die Magdeburger Chancen sind, ist nicht abzusehen. Immerhin: Ende August nahm die Sportstättenkommission von Special Olympics Magdeburg unter die Lupe und soll sich von Sportanlagen und den kurzen Wegen angetan gezeigt haben, berichten Teilnehmer.

Sven Albrecht, Bundesgeschäftsführer Special Olympics, sagte nur so viel: "Die Entscheidung über die Vergabe treffen Präsidium und Mitgliederversammlung im November. Wir setzen aber nicht auf Konkurrenz unter den Bewerbern, sondern prüfen, wie die Spiele unter inklusiven, sozialen und ökonomischen Voraussetzungen am besten realisierbar sind. Darüber reden wir weiter mit Magdeburg."