Halle (dpa/epd) l Eine Rumänin und ihr zwei Jahre alter Sohn sind in Halle von mehreren Kindern angegriffen worden. Die Gruppe aus sechs bis acht Kindern im Alter von schätzungsweise zehn bis dreizehn Jahren habe die beiden am Donnerstag mit ausländerfeindlichen Parolen beschimpft, teilte die Polizei am Freitag mit. Die 26-jährige Roma-Frau war demnach auf offener Straße angespuckt, beschimpft und mit einem Gegenstand beworfen worden. Ihr zweijähriger Sohn wurde mit einem Lineal ins Gesicht geschlagen. Die Kinder sollen zudem fremdenfeindliche Parolen gerufen haben. Der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt gegen die Täter wegen Volksverhetzung und Körperverletzung, hieß es weiter.

Tatort der Attacke war eine Straße im Stadtteil Silberhöhe. Dort schwelt seit Monaten ein Konflikt zwischen Anwohnern und Zuwanderern, darunter sind viele Sinti und Roma. Nach Informationen der Grünen-Landtagsfraktion planen Anwohner eine Bürgerwehr, weil sie sich von der Minderheit bedroht und belästigt fühlen.

Gegenüber solchen Forderungen müsse der Rechtsstaat "klar die Rote Karte zeigen", sagte der flüchtlingspolitische Sprecher Sören Herbst in Magdeburg. Wer Selbstjustiz übe, habe mit einer Strafe zu rechnen. Stattdessen müsse verhindert werden, dass die Rechten-Hetze gegen Angehörige der Sinti und Roma zu einem allgemeinen Klima der Ausgrenzung in dem Stadtteil führt. Bei den Vorwürfen handele es sich um rassistische Vorurteile.