Magdeburg l Zu MC Hammer brachte Daniel Klebe Mitte der 90er Jahre erste Breakdance-Figuren aufs Parkett. Sein jüngerer Bruder Nils, heute Kopf der Da Rookies, wollte das auch. Nur besser! "Ich war extrem ehrgeizig", erinnert er sich. Er habe bis zum Abwinken trainiert. Die Moves schaute er sich in Hip-Hop- und Breakdance-Filmen ab. Was anderes gab es nicht. Seine Eltern schüttelten darüber nur den Kopf. Breakdancer seien zu dieser Zeit noch von allen nur belächelt worden, die meisten machten sich lustig. Doch Nils Klebe wurde gut. So gut, dass er Teil der Crew "The Real Fresh" wurde, der neben seinem Bruder Daniel u.a. auch Nico Höger, Rayk Minde, Sven Schulze, Martin Pluntke und Karsten Schulz angehörten. Erste Auftritte folgten. Erfolg stellte sich ein.

Auf einer ostdeutschen Meisterschaft Ende der 90er freundeten sie sich mit der Magdeburger Breakdance-Formation "Per Anhalt", der damals u.a. Christian Sasse, Marcel Schlosser, Denis Germer, Dimar Konvalinka und Ingo Schadenberg angehörten, an. Und als beide Crews im Juli 1999 zum Splash-Festival wollten, jedoch unvollständig waren, beschloss man, sich kurzerhand zusammenzutun. Als im September ein Name für das Breakdance-Projekt feststand, waren die "Da Rookies" (zu Deutsch "die Anfänger") geboren.

Seither ging`s steil bergauf: Nicht mal ein Jahr später wurden sie Ostdeutscher und Osteuropameister, 2002 Deutscher Meister. Die Medien wurden auf die Magdeburger Breakdancer aufmerksam. Zeitungsartikel erschienen. Kameras waren auf sie gerichtet, Reportagen wurden gedreht, Poster gedruckt. Als Nils Klebe, der bis dato als Facharbeiter für Lagerwirtschaft tätig war, in einem Interview sagte, er wolle nächstes Jahr nur noch auf großen Bühnen stehen, ist er gekündigt worden. Sein Arbeitgeber war über solch eine Aussage wenig erfreut. So zog es ihn nach Magdeburg, wo bereits ein Großteil der Crew lebte. Die Da Rookies wurden zum Lebensmittelpunkt. Er machte sich als Tänzer selbstständig. Dabei sei keinesfalls immer alles rosig gewesen. "Es gab auch Tage, an denen hatten wir nur Toast und Ketchup im Kühlschrank", erinnert er sich. An der Entscheidung, sich voll und ganz dem Tanzen zu widmen, habe er jedoch nie gezweifelt.

Zum Glück, möchte man meinen. Denn die Da Rookies holten sich nun auch den Weltmeistertitel. Sie traten bei The Dome, die Ultimative Chartshow und zur WM 2006 vor 1,2 Millionen Menschen am Brandenburger Tor auf. Sie tanzten als Voract von Britney Spears und gründeten ganz nebenbei die Tanzschule "Movement Dance Academy". Im vergangenen Jahr holten sie sich einen Weltrekord und brachten mit "Der Nussknacker" ihre erste große eigene Produktion auf die Bühne. Und wenn es nach den Da Rookies ginge, könnte das auch noch ewig so weitergehen. Neue Ideen haben sie schon. Ende 2015 wollen sie beispielsweise ein Theater-Varieté auf die Bühne bringen, außerdem wird es eine Fortsetzung des Nussknackers geben.

Allerdings kommen auch sie langsam in die Jahre. "Die für Breakdancer typische Headspin-Glatze verliert langsam an Coolness", sagt Nils Klebe lachend. Er selbst habe zwar noch keine gesundheitlichen Probleme, doch: "Man wird nachdenklich und fragt sich, wie lange man das noch machen kann." Einige Gründungsmitglieder sind in den vergangenen Jahren schon ausgestiegen, neue kamen hinzu. Nicht selten aus dem eigenen Haus. "Wir bilden unseren Nachwuchs gewissermaßen selbst aus." Somit ist für die Da Rookies kein Ende in Sicht.

15 Jahre Da Rookies - Die Geburtstagsparty: Sonnabend, 20. September, 22 Uhr im Kulturwerk Fichte. Mit DJ Phil Fuldner, Markus Gardeweg, den Da Rookies u.a. Karten gibt`s für 10 Euro an der Abendkasse.