In der berührenden Erzählung "Unverhofftes Wiedersehen", von Johann-Peter Hebel bergen Bergleute 1809 im schwedischen Falun die wunderbar erhaltene Leiche eines Jünglings, der vor 50 Jahren einem Unglück zum Opfer fiel. Da näherte sich eine Greisin und erkannte freudestrahlend ihren Verlobten, der so jung vor ihr lag, wie er sie am Unglückstag verlassen hatte. "Es ist mein Verlobter", sagte sie, "um den ich fünfzig Jahre lang getrauert hatte und den mich Gott noch einmal sehen lässt vor meinem Ende." Etwas profaner, aber für Männer, die Autos lieben, auch berührend ist eine Geschichte, die unlängst aus Kalifornien überliefert wurde.

Zollbeamte in Long Beach hatten einen wunderbar erhaltenen Jaguar XK-E, Baujahr 1967, auf einem Containerschiff konfisziert, bevor er für immer in die Niederlande verschwinden konnte. Er war vor 46 Jahren in New York gestohlen worden. Und als man nach seinem rechtmäßigen Eigentümer fahndete, da meldete sich der 82-jährige Ivan Schneider. "Es war mein erstes gutes Auto und mein liebstes", sagte der den Beamten. Als junger Anwalt habe er den Sportwagen für 5000 Dollar neu gekauft, damals sei er grau lackiert gewesen. Schon ein Jahr später sei er geklaut worden.

Anders als in Falun gibt es ein echtes Happy-End: Der Jaguar ist in seinem derzeitigen Zustand knapp 18 600 Euro wert. Als restaurierter Sportwagen könnte er das Vierfache einbringen. Der rüstige Alte will den Klassiker bis zum Jahresende aufmöbeln lassen. "Mein Weihnachtsgeschenk", sagte der Rentner nach Angaben der "Los Angeles Times". kö/dpa/Foto:conceptcarz.com