Magdeburg l Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) hat seinen Kurs in Sachen Grundschule korrigiert. Standorte auf dem Land dürfen nun dauerhaft bestehen bleiben, wenn sie 60 Schüler erreichen. Nach Dorgerlohs Schätzung erspart das mehr als 20 Schulen die Schließung. Bislang hatte er seine Entscheidung verteidigt, die Zahl für das Jahr 2017 auf 80 anzuheben.

Der Minister begründete die Kehrtwende mit einem "Erkenntnisgewinn" aus der ersten Phase der Schulschließungen. Die Vorgabe von 80 Schülern habe sich auf einen Vergleich mit anderen Bundesländern gestützt. "Die demografische Entwicklung ist bei uns aber anders." Er greife zudem Forderungen aus allen Landtagsfraktionen auf. Die Verordnung soll möglichst im Oktober geändert werden.

Ein noch weitergehendes Papier, auf das sich Bildungspolitiker aller Fraktionen geeinigt hatten, ist damit vom Tisch. Es sah vor, kleinen Schulen auch Zugang zu Sanierungsmitteln aus dem Programm Stark III zu ermöglichen.