Magdeburg l Im Grunde wollten sie nur, was Linke und Grüne schon im Vorjahr wollten: Geld für die MVB, mehr Geld, auf dass es besser rollt. Die Linken Dennis Jannack und René Hempel stellten den Antrag, dass der MVB-Jahresüberschuss 2013 nicht in die Stadtkasse, sondern auf neue Rechnung zurück in die MVB-Kasse fließe.

Ganz abgesehen davon, dass die halbe Euromillion den Magdeburger Nahverkehr kaum gesunden würde und formale Gründe gegen ihren Verbleib in der Unternehmenskasse sprechen: Die Reformande, die Jannack und Hempel für ihr Ansinnen vom eigenen Fraktionschef Frank Theile kassierten, hatte damit wenig zu tun. O-Ton Theile in öffentlicher Sitzung: "Herr Jannack und die anderen Kollegen haben in ihren Antrag den Jahresüberschuss vom Jahr davor reingeschrieben. Da hätte man ja einfach mal nachlesen können. So kann ich meine Fraktionskollegen leider nicht unterstützen. Wenn, dann muss man´s schon richtig tun."

Hintergrund: In der Tat führten Jannack Co. in ihrem Antrag versehentlich den MVB-Jahresüberschuss von 2012 (482.000 Euro) an - ein Formfehler, für den sich Jannack entschuldigte und der sich schnell korrigieren ließ. Regelmäßig werden solche Angelegenheiten unter Parteifreunden intern ausgeräumt. Aber mit der Parteifreundschaft scheint es in den Reihen der neuen Linksfraktion nicht weit her zu sein.

Es tobt ein Lagerkampf, den Theile auf Nachfrage und mit Blick auf das vorausgegangene Frage-Antwort-Desaster zwischen Jannack und dem bis dato parteieigenen Sozialbeigeordneten Hans-Werner Brüning zum Asylhaus am Westring (Volksstimme berichtete) so beschreibt: "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es hinaus." Dabei ist es üblich, den parteieigenen Beigeordneten oder auch den Oberbürgermeister mit kritischen Nachfragen zu traktieren. Lutz Trümper sieht sich aus den Reihen der SPD regelmäßig damit und (z. B. im Fall Sparkassen-Filialschließungen) auch mit offenem Kontra konfrontiert. Bei der Linken kann man mit "frischem Wind" (Zitat Jannack) offenbar schlecht umgehen und zerlegt sich, statt intern Verständigung zu suchen, auf offener Bühne selbst. Die Abkehr von Brüning, vormals Herrscher über die Magdeburger Linke, von seiner Partei (Seite 7) nach Art einer öffentlichen Abrechnung mit den Neuen ist ein Beleg mehr dafür. Theile stehen schwere Zeiten bevor. Er muss die Fraktion einen. Im Moment fehlt ihm dazu offenbar ein brauchbares Rezept.

 

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