Barby l Gegen 12.45 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr Barby zu einem Brand in den Kunsthof Augustusgabe gerufen. In voller Ausdehnung brannte ein Werkstattgebäude, in dem sich Ställe und eine Wohnung befinden. Menschen und Vieh kamen nicht zu Schaden. Ein Übergreifen des Feuers auf benachbarte Ferienwohnungen und die touristische Heuscheune konnte verhindert werden. Die schwarze Rauchsäule war im gesamten Salzlandkreis zu sehen.

"Wir haben der Stadt schon hundertmal gesagt, dass Feuerwehrleute im Bauhof oder bei der Verwaltung arbeiten sollten."

Über die Ursache des Brandes gibt es noch keine Angaben. Wie vor Ort erzählt wurde, könnte ein Motorrasenmäher eine Rolle spielen.

Die Freiwillige Feuerwehr Barby rückte mit vier Kameraden an, forderte beim Eintreffen am Brandort die Feuerwehr Pömmelte nach. Im Verlauf des Brandes kamen weitere freiwilligen Feuerwehren und Barbyer Kameraden hinzu. Das Holzgebäude brannte vollkommen ab.

Den Erstangriff übernahmen die Barbyer Feuerwehrfrauen Melanie Halla und Nadine Belger, die unter Vollschutz in das Gebäude gingen. Wie Melanie Halla sagte, schränkten mehrere Explosionen den Einsatz ein. Vermutlich gingen Propangasflaschen in die Luft. Die beiden jungen Frauen waren mit ihren beiden männlichen Kollegen nur deswegen einsatzbereit, weil sie Nachtschicht beziehungsweise frei hatten.

Viele andere aktive Einsatzkräfte waren verhindert, weil sie weit entfernt von Barby arbeiten. Bei diesem Einsatz offenbarte sich generell die personelle Situation der freiwilligen Feuerwehren. "Wir haben der Stadt schon hundertmal gesagt, dass Feuerwehrleute im Bauhof oder bei der Verwaltung arbeiten sollten", schimpfte Melanie Halla. Sie war, wie auch ihre Kameradin Nadine, am Ende ihrer Kraft. Barbys Bürgermeister Jens Strube, der ebenfalls am Brandort erschienen war, blieb nur Schulterzucken: "Laut Stellenplan sind wir gezwungen, die Mitarbeiterzahl des Bauhofes abzubauen."

Der Kunsthof Augustusgabe ist ein touristisches Aushängeschild Barbys. Im Sommer wird er überwiegend von Radwanderern genutzt, die auf dem Saaleweg unterwegs sind. Teile der barocken Anlage sind denkmalgeschützt. Sie sind vom Brand nicht betroffen, der Hotel- und Gaststättenbetrieb wird davon nicht beeinflusst.

 

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