Bad Dürrenberg (dpa/cm) | Eine in Bad Dürrenberg entdeckte britische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist am Sonntagnachmittag gesprengt worden. Das teilte die Polizei mit. Rund acht Stunden nach Beginn der Evakuierungen, von denen nach jüngsten Angaben rund 4500 der fast 12 000 Einwohner der Stadt betroffen waren, wurde der Blindgänger in die Luft gejagt. Unvernünftige sorgten immer wieder dafür, dass die Sprengung sich verzögerte: Sie hielten sich trotz Verbots in der Sperrzone auf.

Die Bombe war am Samstag bei Schachtarbeiten auf einem Sportplatz entdeckt worden. Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes hatten den Sprengkörper untersucht und festgestellt, dass dieser über einen Langzeitzünder verfügte und nicht entschärft werden konnte. Deshalb wurde beschlossen, die Bombe kontrolliert zu sprengen.

Am Sonntag wurde bereits gegen 08.00 Uhr mit der Evakuierung der Häuser in einem einen Kilometer umfassenden Radius rund um die Fundstelle begonnen. Mit Bussen, zum Teil auch mit Krankenwagen, wurden die Menschen aus dem Gefahrengebiet gebracht. Das Landratsamt Saalekreis hatte zunächst mit bis zu 8000 möglicherweise Betroffenen gerechnet. "Letztlich waren es jedoch \'nur\' rund 4500", sagte Pressesprecherin Kerstin Küpperbusch. Laut dem Statistischen Landesamt Sachsen-Anhalts hatte Bad Dürrenberg zum Stichtag 31. Dezember 2012 genau 11 844 Einwohner.

Die Bahn stellte den Zugverkehr von und nach Bad Dürrenberg ein. Auch die Bahnstrecke zwischen Weißenfels und Leipzig musste vorübergehend gesperrt werden.

Da einzelne Bewohner sich zunächst weigerten, ihre Wohnungen zu verlassen, wurde die für 10.00 Uhr geplante Sprengung immer weiter verschoben. Später sorgten dann Fußgänger und Radfahrer, die sich trotz Verbots in den gesperrten Bereich begaben, für weitere Verzögerungen. Erst rund acht Stunden nach Beginn der Evakuierung konnte die Bombe dann schließlich zerstört werden.

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