Wie verdoppelt man den Wert eines Trabis? Indem man ihn volltankt. Und wie vervierfacht man ihn? Mit einer Banane auf dem Rücksitz.

Im Internet finden sich immer noch Witze, die auf den Bananenhunger der DDR-Bürger anspielen. Tatsächlich war die Südfrucht jahrzehntelang im Osten Mangelware, in der Wendezeit wurde sie dann zum Symbol.

"Zonen-Gaby (17) im Glück (BRD): Meine erste Banane" betitelte die Satire-Zeitschrift "Titanic" ihre November-Ausgabe 1989 und landete damit einen Verkaufsschlager. Der Titel zeigt eine junge Frau, die stolz eine auf Bananenart geschälte Gurke in die Kamera hält. "Ich sehe ihn mir noch heute gerne an und er entlockt mir immer noch ein Lächeln. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Zonen-Gaby ja eine Dame aus Rheinland-Pfalz ist, die damals tatsächlich diese Frisur hatte, die jeder gleich als DDR-typisch identifizierte", erinnert sich der damalige "Titanic"-Chefredakteur Hans Zippert.

Es sei weniger um den Bananenhunger der Ossis gegangen, als um die Klischeebilder zum Thema Mauerfall, sagt er. Dauernd seien Menschen zu sehen gewesen, die jubelnd Begrüßungsgeldscheine und Konsumtrophäen in die Kameras hielten.

Der Sozialwissenschaftler Thomas Ahbe beschäftigt sich seit Jahren mit den Bildern, die sich Ost- und Westdeutsche voneinander machen. Dass sich auch viele Ostler Zonen-Gaby und ihre erste Banane als Poster bestellten, findet er nicht verwunderlich. "Ostdeutsche neigen zur Selbstironie", sagt der Leipziger.dpa