Magdeburg l Janina Gatzky und Ute Gliwa haben ein Erotikmagazin für Frauen aus dem Bördeboden gestampft. In Deutschland, Österreich und der Schweiz lesen Frauen nun das Intimste im "Séparée" aus Magdeburg. Nein. Ein Schmuddelheftchen sei das nicht, erklärt Janina Gatzky. Die Grenzen zur Pornografie habe die 40-Jährige klar gezogen. Der Winkel der Betrachtung mache im wahrsten Sinne des Wortes den Unterschied. Dabei gehe es mitnichten nur um nackte Männer. "Wir schrei-ben erotische Geschichten, gehen Beziehungsphänomenen auf den Grund und setzen uns ganz nüchtern mit Themen und Spielweisen der Sexualität auseinander", erklärt sie.

Die Autorinnen des Hochglanzheftes stammen aus Magdeburg, aber auch weiten Teilen Deutschlands; die Themen aus der ganzen Welt. Und wenn bei manchem schon die Schamesröte ins Gesicht steigt, beginnt Janina Gatzky erst richtig in die Tasten zu hauen. Sie sei sehr liberal erzogen worden, erklärt sie. Ihr Vater, ein Magdeburger Künstler und Designer, habe sehr schöne Akte gemalt. Nacktheit und Erotik sei daher nie ein Tabu-Thema gewesen. Zumindest nicht für sie. "Denn in der Gesellschaft scheinbar schon - jedenfalls die weibliche Erotik", habe sie feststellen müssen. Und so sei ihr im Gespräch mit einer Freundin auch die Idee gekommen, diese Nische mit Wort und Bild zu füllen. "Wir mögen Männer - sie sind sehr ästhetisch." Allerdings werden im Gegensatz zu Frauenakten nur wenige Männerkörper in Gänze gezeigt. Das wollten sie ändern. Eine Crowdfunding Kampagne bot den finanziellen Auftakt. Das Ergebnis liegt nun bereits in der zweiten Ausgabe in der Buchhandlung Wahle und im Bahnhofsbuchhandel vor. Die erste Ausgabe des vierteljährlich erscheinenden Heftes hatte vor allem in Bayern einen "reißenden" Absatz, verriet Janina Gatzky. Warum ausgerechnet das konservative Bayern, wisse sie auch nicht, kommentierte es aber mit einem verschmitzten Lächeln.

Und was sagen eigentlich Mann und Kinder dazu, dass Mama ständig über Sex schreibt? "Mein Mann findet`s eigentlich ganz gut. Obwohl`s ihm manchmal auch nicht ganz geheuer scheint", verrät sie. Ihre Kinder können mit 5, 8 und 11 Jahren dagegen noch nicht viel damit anfangen. (ka)