Magdeburg l Nach Einschätzung des Robert-Koch-Institutes erscheint es nach wie vor unwahrscheinlich, dass importierte Einzelfälle von Ebolafieber in Deutschland auftreten werden. Dennoch ist es nicht ausgeschlossen, heißt es in einem im aktuellen Ärzteblatt veröffentlichten Hinweis des Landessozialministeriums. Sprecher Holger Peach: "Wir haben für diese Fälle einen Seuchenalarmplan, den alle Mediziner und Gesundheitsämter kennen." Die darin festgelegten Vorgaben regeln das Zusammenspiel zwischen Ärzten, Gesundheitsämtern, dem Landesamt für Verbraucherschutz sowie dem Robert-Koch-Institut. Im Wesentlichen geht es um den schnellstmöglichen Austausch von Informationen.

Was passiert in einem Verdachtsfall?

Wenn ein Patient mit Fieber und erhöhter Temperatur sowie den entsprechenden Begleitsymptomen wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen bei einem Arzt erscheint, sollten sich behandelnde Kontaktpersonen mit Handschuhen, Mund-Nasen-Schutz und Einmalschutzkittel zunächst vor einer weiteren Abklärung der Infektion schützen. Der Patient wird aber erst dann zu einem begründeten Verdachtsfall, wenn in den 21 Tagen vor Krankheitsbeginn ein Kontakt mit Ebola-Fällen, ein beruflicher Kontakt mit Ebolaviren oder zu Tieren (Flughunde, Fledermäuse und Affen) in den betroffenen Gebieten in Westafrika bestand.

Was passiert in einem begründeten Verdachtsfall?

Dann sind besondere Sicherheitsvorkehrungen nötig. Zunächst muss von dem behandelnden Arzt das zuständige Gesundheitsamt informiert werden. Eine spezielle Hotline ist beim Landesamt für Verbraucherschutz, Fachbereich Hygiene, in Magdeburg freigeschaltet, die auch außerhalb der Sprechzeiten erreichbar ist.

Anschließend erfolgt die Kontaktaufnahme mit dem für Sachsen-Anhalt zuständigen Kompetenz- und Betreuungszentrum für hochansteckende Krankheiten im Klinikum St. Georg in Leipzig. Die Spezialisten dort schicken einen gesonderten Infektionsrettungswagen und holen den Patienten ab. "Der sollte dabei vor Ort isoliert bleiben und nicht erst noch in ein anderes Krankenhaus gebracht werden", erklärt Dr. Jan Hülsemann, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik Magdeburg. Er sagt: "Bei uns sind alle Mitarbeiter eingewiesen, die entsprechend den Vorgaben reagieren werden."