Osterwieck l Sabrina Sudhoff, alleinstehende Mutter zweier kleiner Kinder, hat den Spinnen-Kokon erst vier Tage nach dem Bananen-Einkauf im Edeka-Markt entdeckt. Die Größe des Kokons verglich sie mit einem Fünf-Mark-Stück. Zwei Eier habe sie ausgemacht, aus einem habe ein Spinnenbein geschaut. Die gesamte Staude verpackte sie in einer Tüte und entsorgte diese in der Mülltonne. Doch die Unruhe blieb - angesichts eigener panischer Angst vor Spinnen sowie mancher Horrorgeschichten im Internet. So gilt die brasilianische Wanderspinne als hochgiftig, ihr Biss kann tödlich sein.

Als Sabrina Sudhoff einer Freundin, die in dem Supermarkt arbeitet, vom Fund berichtete, wurde sie gebeten, die bereits entsorgten Bananen samt Tüte zurück zum Markt zu bringen. Was sie auch tat. Doch es blieb Ungewissheit. Was wäre, wenn sich schlimmstenfalls Hunderte mikroskopisch kleiner Spinnentiere in der Wohnung verteilt haben? Und im Markt konnte ihr ja niemand sagen, um was für eine Spinnenart es sich handelt.

Sabrina Sudhoff wandte sich an die Edeka-Zentrale. Diese schickte am Folgetag einen Schädlingsbekämpfer extra aus Hamburg nach Osterwieck. "Edeka ist daran interessiert, solche Probleme zu lösen", berichtet Kammerjäger Dennis Kalff aus langjähriger Zusammenarbeit mit dem Unternehmen. Spinnenfunde seien überhaupt selten. "In hundert Fällen kommt es vielleicht einmal vor, dass es sich um eine Spinne handelt, die wirklich gefährlich ist", sagt er. Dort, wo die Bananen herkommen, gebe es genauso eine Spinnenvielfalt wie hierzulande.

Doch was kann ein Kunde in einem Fall wie diesem tun, um Panik erst gar nicht aufkommen zu lassen? "Ein Staubsauger ist mitunter die einfachste Bekämpfungsmethode. Also erstmal alles durchsaugen", erklärte der Schädlingsbekämpfer. In der Wohnung der Osterwieckerin hatte er keine Spinnen oder deren Eier entdeckt, aber dennoch Vorsorge getroffen, falls sich Tierchen versteckt haben sollten.

Marktleiter Heiko Habermann berichtete, in seinem Geschäft sei es das erste Mal gewesen, dass ein Spinnenfund gemeldet wurde. Er habe den Bananenstrunken mit dem Spinnen-Kokon an die Edeka-Zentrale geschickt, wo nun weitere Untersuchungen in die Wege geleitet werden.

"Bisher hat es keine Funde von Giftspinnen in einem unserer Märkte gegeben", unterstrich Alexandra Antonatus, Sprecherin der Edeka-Region Minden-Hannover. Das Unternehmen habe bei der Untersuchung kein Standardverfahren, jeder Fall müsse individuell beurteilt werden. Edeka arbeite mit Experten zusammen, die eine schnelle Tierartenbestimmung und damit eine Einschätzung der Gefahrenlage ermöglichen. "Aufgrund der bisherigen Erfahrungen ist es sehr unwahrscheinlich, dass von solchen Fällen ernsthafte Gefahr für Menschen ausgeht." Das Ergebnis von der Untersuchung ihres Spinnenfundes werde der Osterwieckerin mitgeteilt.

Kunden, die einen solchen Fund machen, sollten sich in jedem Fall unverzüglich bei der Hotline (018 03) 60 06 75 oder direkt im Markt melden.