Schierke l Klaus-Peter Schweiger lässt den Blick über die Fassade der Schierker Kirche gleiten. "Ich bin sehr zufrieden", sagt er. Schweiger ist Mitglied im Gemeindekirchenrat der Christusgemeinde Wernigerode-Schierke. Diese hat das Gotteshaus im Brockenort sanieren lassen. Nach vier Jahren sind die Bauarbeiten abgeschlossen, Ende Oktober sollen die Gerüste endgültig verschwinden.

Das Problem waren die Fugen. "Diese waren an vielen Stellen herausgebrochen, der Mörtel fiel heraus. Die Lücken waren zehn bis 15 Zentimeter tief, weshalb manche Steine nicht mehr sicher verankert waren", berichtet Schweiger. Durch die Lücken drohte zudem Wasser ins Innere zu gelangen, wo es große Schäden hätte anrichten können.

Deshalb wurde der Fugenputz erneuert, berichten Bauleiter Ronny Schneckner und Planer Christian Fischer. Sie haben bereits vor etwa zehn Jahren an der Instandsetzung von Turmhelm, Schallluken und Geläut der Kirche gearbeitet. "Danach wurden nur kleinere Reparaturen ausgeführt. Es war Zeit für einen größeren Schritt", sagt Schneckner. Ausgeführt wurden die Arbeiten von den Werkstätten für Denkmalpflege in Quedlinburg. Der Kirchturm wurde Schritt für Schritt erneuert - erst war die Westseite dran. "Das ist die Schlimmste, die Wetterseite", weiß Schneckner. Dann waren die Süd- und die Ostseite an der Reihe, zuletzt die gen Norden.

Dass jedes Jahr nur eine Himmelsrichtung fertiggestellt wurde, lag am Geld. Rund 36000 Euro hat die Sanierung gekostet. Aus dem Baulastfonds des Kirchenkreises erhielt die Christusgemeinde 26000Euro, den Rest musste sie selbst aus der Rücklage bezahlen.

Nun wollen die Gemeindemitglieder in Eigenleistung das Gelände an der Kirche in Ordnung bringen. Eine Beleuchtung, wie oft im Ortschaftsrat gewünscht, wird es aber nicht geben. "Wenn Ort und Stadt die Kosten übernehmen würden, dann ließe sich sicher ein Weg finden", sagte Schweiger. Die Gemeinde allein könne sich die Beleuchtung aber nicht leisten.

Das Schierker Gotteshaus wurde am 17. Juli 1881 eingeweiht. Der Bau im neogotischen Stil wurde im Auftrag des Grafen Otto zu Stolberg-Wernigerode errichtet.