Lützen l Mehr als 100 Grundschüler haben in Lützen (Burgenlandkreis) am Donnerstag drei Stunden lang den Unterricht boykottiert. Zusammen mit Eltern und Verwandten protestierte sie vor dem Schulgebäude gegen den Mangel an Lehrern. Die sechs Klassen der Schule wurden zu vieren zusammengelegt, weil zwei Lehrer erkrankt sind, darunter der Schulleiter. Die Schule hat 113 Schüler.

Lützens Bürgermeister Dirk Könnecke (parteilos) zeigte Verständnis für den Streik. "Die verbleibenden Lehrer arbeiten an der Grenze des Möglichen. Für die Schüler ist die Unterbesetzung sehr nachteilig. Die Eltern haben schon gemerkt, dass die Noten um einen Punkt abgesackt sind." Auch für die Stadt habe das negative Folgen. Zum 1. November seien bereits sieben Kinder in andere Schulen umgemeldet, sagte Könnecke, "meist in Privatschulen".

Der Bürgermeister traf sich am Morgen mit einem Vertreter des Landesschulamts. Die Behörde kündigte an, nach den Ferien sollten zwei Gymnasiallehrer aus Hohenmölsen die kranken Lehrer vertreten. "Viele Eltern halten das aber für eine unglückliche Lösung", sagte Könnecke.

Der FDP-Landesverband forderte als Reaktion auf den Lützener Streik die Einstellung zusätzlicher Lehrer. Während Nachbarländer wie Sachsen aktiv würden, verschlafe die Koalition in Sachsen-Anhalt ihren Einsatz, kritisierte Vize-Landesvorsitzende Lydia Hüskens.