Magdeburg/Hohenwarthe l Je eine Brücke pro Richtung überspannt im Zuge der A2 zwischen Magdeburg-Rothensee und Hohenwarthe die Elbe - beide Stahlkonstruktionen müssen dringend saniert werden. Grund: Prüfer haben im September Risse in den Schweißnähten im Unterbau - der sogenannten Hohlkammer - entdeckt. Wenn die Schäden ab November ausgebessert werden, können Autos für Wochen nur auf einer Spur pro Richtung über die Brücke rollen. Die Stahlbauer widmen sich zunächst der Nordbrücke in Richtung Braunschweig. Während bereits dieser Tage in der mehr als vier Meter hohen Hohlkammer Gerüste aufgebaut werden, kommt es für den Verkehr ab 3. November zu Einschränkungen. Dann trennen Betongleitwände auf der Südbrücke die Fahrbahn in jeweils eine Spur pro Richtung. Anfang Dezember wechseln die Stahlbauer nach derzeitigem Plan unter die Südbrücke, dann rollen alle Autos über die Nordbrücke.

Uwe Langkammer, Präsident des Landesbaubetriebs, hofft, dass alle Arbeiten noch vor Weihnachten erledigt sind. Zwei Faktoren machen diese Prognose aber unsicher: Zum einen dauert das Erwärmen des Stahls auf Temperaturen, bei denen er geschweißt werden kann, mit sinkenden Temperaturen immer länger. Zum anderen lassen sich die tatsächlichen Schäden erst genau einschätzen, wenn die Beschichtung per Sandstrahl entfernt ist. Bleibt die Frage, warum die Risse an den gerade einmal 20 Jahre alten Brücken überhaupt auftreten. Uwe Langkammer sagt: "Die Ursache ist bisher nicht bekannt, wird aber bereits untersucht." Fest steht, dass die Reparatur mindestens 600 000 Euro kosten wird und dass sie nicht aufgeschoben werden kann - ansonsten müsste die A 2 in naher Zukunft komplett gesperrt werden.

Obwohl nur die 330 Meter lange Brücke über den Fluss beschädigt ist, umfasst die Absperrung vier Kilometer. Grund: Der Höhenunterschied zwischen den Fahrbahnen verhindert, dass die Autos eher wieder auf die regulären Spuren zurückkehren. In Rothensee ist während der ersten Bauphase die Abfahrt aus Richtung Berlin, während der zweiten die Auffahrt in Richtung Berlin nicht möglich. Schon jetzt ist klar, dass es erhebliche Staus geben wird. Der Fernverkehr soll deshalb weiträumig umgeleitet werden - siehe Grafik.