Seehausen l Wer sich über die aktuellen Planungen für die Autobahnverlängerung im Raum Seehausen im Abschnitt Osterburg-Vielbaum kundig machen will, muss schon ein gewisses Maß an Eigeninitiative an den Tag legen. Denn weder die Landesverwaltung noch die Straßenbaubehörde Sachsen-Anhalts werden sich öffentlich ins Zeug legen, um die vor allem für Laien schwere und überaus umfangreiche Materie den Betroffenen vor Ort nahezubringen.

Das machten Nachfragen der Verbandsgemeindeverwaltung deutlich, deren Ergebnisse in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Dienstagabend im Tagesordnungspunkt A14 verkündet wurden. Die einen berufen sich demnach darauf, dass sie nicht Planer des Vorhabens sind, die anderen machen geltend, dass derartige Informationsveranstaltungen im Verwaltungsverfahren vom Gesetzgeber nicht vorgesehen wären. Den Betroffenen dürfte das Prozedere indes nicht ganz unbekannt sein. Schon beim jüngsten Planfeststellungsverfahren (Seehausen bis zur brandenburgischen Landesgrenze)hatten sich die Seehäuser eine entsprechende Absage eingehandelt.

Verbandsgemeindebürgermeister Robert Reck will die Anlieger nicht im Regen stehen lassen und sicherte zu, dass man in Eigenregie einen Termin im Foyer der Wischelandhalle organisierten will.

Bauamt sammelt Hinweise
Tag und Zeit werden noch bekannt gegeben. Das ganze muss aber noch in der ersten Novemberhälfte über die Bühne gehen, bevor Verwaltung und Kommune ihre Stellungnahme formulieren. Was auch Bauamtsleiter Guido Mertens in die Karten spielt, der offen für Argumente und Hinweise vor allem zum Schutzgut Mensch und/oder zu möglichen Planungsfehlern ist.

Robert Reck betonte in dem Zusammenhang den wertungsfreien Charakter der Informationsveranstaltung. Womit er meinen dürfte, dass es bei dem Termin nicht darum geht, die Autobahn in Frage zu stellen, sondern - so weit es geht - negative Auswirkungen für die Orte rechts und links der Fahrbahnen zu vermeiden.

Schon bei einem ersten Blick auf das Kartenmaterial deutete sich am Dientagabend im Rathaussaal an, dass die Verwaltung auf jeden Fall die Hinweise erneut einmal aufgreifen wird, die seinerzeit noch die Gemeinde Bretsch formuliert hat und die neben dem Erhalt möglichst vieler Verkehrsanbindungen unter anderem auch Sicht- und Lärmschutz an der Trasse vorsieht.

Lärmschutz nicht geplant
Bei letzterem plagen vor allem die Drüsedauer Sorgen, deren Ort rund 600 Meter von der künftigen Schnellstraße entfernt ist, aber laut Gutachtermeinung in den Planungsunterlagen keinen Anspruch auf aktive (direkt an der Trasse) oder passive (an den Häusern) Schutzmaßnahmen hat.

Die Drüsedauer versammelten sich gestern Abend im Dorfgemeinschaftshaus, um Argumente für persönliche Stellungnahmen zu sammeln. Wobei Verbandsgemeindebürgermeister Robert Reck sein Kommen ebenso zugesagt hatte wie "Höhe"-Bürgermeister Bernd Prange oder Susanne Bohlander von der Bürgerinitiative "Keine A 14". Mehr dazu in einer der nächsten Ausgaben.