Magdeburg l Die Mohrrüben sind schon ein wenig wie Gummi, der Apfel sieht schon etwas verschrumpelt aus, das Mindesthaltbarkeitsdatum des Joghurts ist bereits überschritten. Viel zu schnell landen Lebensmittel im Abfalleimer, obwohl es gar nicht notwendig wäre. "Jedes achte Lebensmittel, das wir kaufen, werfen wir weg", haben Studien ergeben. Das zu ändern, ist das Ziel einer Master-Studentin der Otto-von-Guericke-Universität, die der Lebensmittelverschwenung entgegenwirken und auf diese Weise zum Umweltschutz beitragen möchte.

Noch bis zum 16. November können Magdeburger einen Fragebogen zu ihren Gewohnheiten im Umgang mit Lebensmitteln ausfüllen und erhalten anschließend konkrete Tipps, wie sie nicht nur Ressourcen, sondern auch den eigenen Geldbeutel schonen können. "Ich finde es schön, dass die Leute Geld sparen können, ohne auf etwas verzichten zu müssen", sagt Karolin Schmidt. Die 25-Jährige wollte für ihre Masterarbeit im Bereich Umweltpsychologie ein Thema wählen, das bislang noch wenig erforscht ist. Recherchen brachten zu Tage, "dass extrem viel verschwendet wird", sagt sie. Arbeiten zum Thema aus psychologischer Sicht habe sie jedoch noch nicht gefunden. Und so viele Aktionen es auch gibt, so wenig wird überprüft, welche Wirkung sie erzielen. Genau da setzt Karolin Schmidt an.

Die Teilnehmer füllen zunächst einen Fragenbogen aus. In dem fragt die Studentin allerhand zum Umgang mit Lebensmitteln, aber auch zur persönlichen Einstellung etwa zum Thema Umweltschutz ab. Anschließend erhalten die Teilnehmer Material und Infos für einen nachhaltigeren Umgang mit Lebensmitteln. Und wenn einige Zeit verstrichen ist, füllen sie einen zweiten Fragebogen aus, mit dem die Studentin die Wirkung ihrer Aktion untersucht.

Sie möchte mit ihrer Aktion Leute erreichen, die sich mit dem Thema noch nicht so intensiv auseinandergesetzt haben. Aber auch jene, die bereits bewusster einkaufen, sind willkommen. "Auf diese Weise wird es vergleichbarer." Und Karolin Schmidt weiß: "Es wird massiv unterschätzt, wie viel wir wegwerfen." Pro Person entstehen bundesweit 82 Kilogramm Abfälle pro Jahr, der Verbraucher steht mit einem Anteil von 61 Prozent an vorderster Stelle der Abfallproduzenten. Etwa 50 Prozent der Abfälle gelten als vermeidbar, hat sie in Erfahrung gebracht.

Die aus Randau stammende Studentin möchte sich auch nach ihrer Masterarbeit mit dem nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln befassen und strebt eine Promotion in dem Bereich an, um objektivere Daten zu gewinnen. Auf diese Weise will sie die Forschung in diesem Bereich voranbringen.

Wer an der Studie teilnehmen möchte, findet alle wichtigen Informationen im Internet unter www.mina.ovgu.de. Unter allen Teilnehmenden werden Sachpreise und Gutscheine von lokalen Unternehmen verlost.