Werder l Wer am Wochenende im Stadtpark unterwegs war, wird es schon gesehen haben: An den alten Messehallen an der Hyparschale ist fleißig gearbeitet worden. Mitte September hatten die Bauarbeiten begonnen. Sie verzögerten sich jedoch. Denn in dem Gebäude wurde Asbest entdeckt, berichtet Stadtsprecherin Kerstin Kinszorra. Ein zweites Schadstoffgutachten ist nun in Arbeit und soll Gewissheit bringen.

Abriss soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden

Die weiteren vorbereitenden Arbeiten durch die beauftragte Firma im Inneren der Gebäude wurden aufgenommen. Die Firma hat zudem das Ergänzungsgutachten zur Schadstoffsituation erstellen lassen. Es liege der Stadt allerdings noch nicht vor, sagte die Stadtsprecherin weiter. Es sei vorgesehen, über die Ergebnisse und Konsequenzen in dieser Woche zu verhandeln. Sollten mehr Schadstoffe als mit dem ersten Gutachten erkennbar analysiert werden, werde es Nachverhandlungen mit dem Auftragnehmer geben. Diese könnten gegebenenfalls zu Mehrkosten gegenüber dem ursprünglichen Auftragswert führen. Außerdem könnte es zu einer Verlängerung der Arbeiten kommen. Weitere Informationen über Mehrkosten werden nicht gemacht, da die Auswirkungen noch nicht abschließend bekannt sind. Konkrete Zahlen konnte sie aus diesem Grund auch noch nicht nennen.

Keine Gefahr für Arbeiter und Besucher des Parks

Unterdessen werden jedoch die Maßnahmen im Inneren fortgesetzt. Spätestens in der nächsten Woche sollen dann die eigentlichen Abrissarbeiten beginnen. Laut derzeitiger Planung soll der Gebäudekomplex noch in diesem Jahr Geschichte sein. Die Arbeiten würden so realisiert, dass es zu keiner Gefahr für Arbeiter und Besucher des Parks kommen werde, versicherte Kinszorra.

Hintergrund der Abrissarbeiten ist ein Beschluss des Stadtrates aus dem Jahr 2013. Die Verwaltung wurde damals beauftragt, die erforderliche Dachsanierung der benachbarten Hyparschule in Eigenregie anzugehen. In diesem Zusammenhang sollen nun auch die ehemaligen Messehallen abgerissen werden. Für die Dachsanierung wurden fast 1,8 Millionen Euro einkalkuliert, für den Abriss der Hallen sind noch einmal rund 400 000 Euro vorgesehen.

Wie die Hyparschale künftig genutzt wird, ist noch unklar

Was die vom Stadtrat beschlossene anschließende Vermarktung der Hyparschale angeht, gebe es noch keine konkreten Ergebnisse. "Zurzeit befinden sich die sehr umfangreichen Untersuchungen und Analysen zum Zustand bzw. zu den Sanierungsmöglichkeiten in der Endphase", berichtete Kinszorra. Der Eigenbetrieb Kommunales Gebäudemanagement werde dem Stadtrat das Ergebnis Anfang 2015 vorlegen und um Entscheidungen zum weiteren Vorgehen bitten.

Die Hyparschale war 1969 als Mehrzweckhalle im Stadtpark errichtet worden. Dort fanden zu DDR-Zeiten unter anderem Messen und Ausstellungen statt. Die direkte Nutzfläche der Halle beträgt rund 2300 Quadratmeter. Sie ist seit 1997 gesperrt und stark sanierungsbedürftig.