Helmstedt/Marienborn l Mit Veranstaltungen in Helmstedt und am ehemaligen DDR-Grenzübergang Marienborn haben Sachsen-Anhalt und Niedersachsen am Sonntag an den Mauerfall vor 25 Jahren erinnert. Die Ministerpräsidenten beider Länder, Reiner Haseloff (CDU) und Stephan Weil (SPD), würdigten Entschlossenheit und Zivilcourage der Menschen in der DDR. Ohne sie wäre der 9. November 1989 undenkbar gewesen, sagte Haseloff. Und: "Deutschland hat seine zweite Chance genutzt. Die Einheit ist eine große Erfolgsgeschichte." Zugleich erklärte er, der Aufbau Ost sei ein Prozess, der noch andauere: "Wir müssen auch die im Blick haben, die sich als Verlierer sehen."

Die Feierlichkeiten hatten am Sonntag mit einem ökumenischen Gottesdienst in der St.-Stefani-Kirche in Helmstedt begonnen. Tausende Menschen besuchten danach ein Bürgerfest. Am Nachmittag gab es ein Zeitzeugengespräch in der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn.

Der Fraktionschef der Linken im sachsen-anhaltischen Landtag, Wulf Gallert, sagte am Sonntag: "Der 9. November 1989 war ein Tag des Sieges von Bürgerrechten und Selbstbestimmung gegen Diktatur und Fremdbestimmung. Er war Ergebnis eines mutigen und entschlossenen Widerstandes gegen das politische System der DDR, insbesondere gegen die SED." 25 Jahre danach gelte es, dieses Ereignis zu würdigen. "Gerade wir als Linke müssen uns der Verantwortung stellen und uns zu dieser Verantwortung bekennen."

SPD-Landes- und Fraktionschefin Katrin Budde zog eine positive Einheitsbilanz: "Die Menschen im Osten haben mit viel Unterstützung aus den alten Bundesländern eine unglaubliche Aufbauleistung vollbracht."

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wertete die Öffnung der Grenze vor 25 Jahren als Signal an die Völker der Welt. "Wir können die Dinge zum Guten wenden - das ist die Botschaft des Mauerfalls", sagte sie am Sonntag bei der zentralen Gedenkfeier in Berlin. Seiten 2 und 3