Colbitz l Die Colbitzer sind genervt. "Wir hatten damit gerechnet, dass das neue Autobahnstück als Ortsumgehung angenommen und unser Dorf vom Durchgangsverkehr entlastet wird", schimpft Bürgermeister Eckhard Liebrecht (parteilos). Er hatte am vergangenen Sonnabend eine Stunde lang Fahrzeuge zählen lassen. Das Ergebnis: "46 Lkw nutzten die Autobahn, aber 76 fuhren weiterhin durch unser Dorf." In Spitzenzeiten sind das deutlich mehr.

Nach Aussage von Lkw-Fahrern meiden sie die Autobahn, weil sie mautpflichtig ist. Die Mautsätze liegen aktuell je nach Anzahl der Achsen und Schadstoffklasse der Lkw zwischen 0,14 bis 0,29 Euro pro Kilometer. Für die 5,65 Kilometer wären also maximal 1,63 Euro zu zahlen.

Der Colbitzer Bürgermeister fordert jetzt ein Durchfahrverbot für den Lkw-Transitverkehr durch Colbitz.

Streckenbezogene Beschränkungen oder Verbote des fließenden Verkehrs lasse die Straßenverkehrsordnung zu, war aus dem Magdeburger Verkehrsministerium zu erfahren. "Für ein Durchfahrtverbot für Lkw durch Colbitz gibt es derzeit aber keine belastbaren Zahlen", so ein Ministeriumssprecher. Die sollen im ersten Quartal 2015 vorliegen. "Daran wird ablesbar sein, ob auf diesem Abschnitt der Bundesstraße 189 möglicherweise verstärkt Maut-Ausweichverkehr stattfindet."

Der A-14-Abschnitt bei Colbitz war am 29. Oktober für den Verkehr freigegeben worden. Es ist das erste fertiggestellte Teilstück der A-14-Nordverlängerung in Sachsen-Anhalt. Die Baukosten für die 5,65 Kilometer lagen bei 61 Millionen Euro.

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