Wer sich für Freifunk interessiert, kann sich unter freifunk.altmark@gmail.com an Ephraim Böhlert wenden.

Salzwedel l Die Idee verbreitet sich gerade wie ein Lauffeuer über das Land: Die Rede ist vom Projekt Freifunk. Überwiegend junge Leute schließen sich dabei zusammen, um in Städten parallel zu den bestehenden privaten Internetanbietern, ein kostenloses und vor allem passwortfreies Bürger-Netzwerk aufzubauen.

Während es in Lübeck oder Berlin bereits Freifunk-Netze gibt und auch in Gardelegen Pläne für die Versorgung der Fußgängerzone mit drahtlosem Internet diskutiert werden, steckt das Konzept in Salzwedel noch in den Kinderschuhen. Geht es nach Ephraim Böhlert, einem der Initiatoren des Freifunk-Projektes Altmark, soll sich das aber bald ändern. Die Idee sei eigentlich ganz einfach, erzählt der Schüler des Jahngymnasiums.

Lückenlos Internet mit Salzwedeler Händlern möglich

Geschäfte oder auch Privatleute, die einen privaten Internetanschluss mit Netzwerkgeräten, sogenannten Routern, haben, stellen einen Teil ihrer Bandbreite ohne zusätzliche Kosten für die öffentliche Nutzung zur Verfügung. Die Freifunker installieren dann eine spezielle Software, die den freien Zugang ermöglicht, und schon kann es losgehen.

Fänden sich etwa in der Innenstadt genügend Händler, die einen Teil ihrer Bandbreite zur Verfügung stellen, könnte so eine lückenlose Internet-"Wolke" über der gesamten Einkaufsmeile entstehen. Die Attraktivität der Fußgängerzone würde gegen einen überschaubaren finanziellen Mehraufwand deutlich steigen.

Sicherheitsbedenken muss nach Angaben des Freifunk-Aktivisten niemand haben. Geschäfts- oder Privatleute, die ihren Router zur Verfügung stellen, könnten diesen weiter mit Passwort nutzen und gleichzeitig einen Teil der Leistung passwortfrei der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Die Tatsache, dass die Signale von den Freifunk-Routern zunächst an Server ins Ausland gehen, sorge für zusätzliche Sicherheit.

Störerhaftung sorgt für zurückhaltung

Ein Pferdefuß bleibt bislang dennoch die gesetzliche Regelung der Störerhaftung. Vereinfacht gesprochen steht hinter dem Begriff, dass der Anbieter eines Zugangs haftet, wenn jemand in seinem Netz etwa illegale Videos herunterlädt. Städte wie Hamburg waren deshalb lange zögerlich beim Angebot freier Hot-Spots.

Für seine Idee bekommt Ephraim Böhlert trotzdem Unterstützung aus der Salzwedeler Politik. Stadtrat Christian Franke (Bürgerbund/Grüne) kündigte am Dienstag einen Antrag seiner Fraktion an. Die Stadtverwaltung solle überprüfen, wie sie die Freifunk-Initiative etwa in Geschäften an Breiter Straße, Burgstraße oder Rathausturmplatz durch das Beschaffen von Geräten wie Routern und Signalverstärkern unterstützen kann.

Auch bei der Salzwedeler Werbegemeinschaft und im Rathaus war die Ausstattung der Innenstadt mit kostenlosen Hot-Spots bereits Thema. "Wenn die Haftungsfrage geklärt ist, wäre das für uns ein Ansatz", sagte Olaf Meining. Jost Fischer, Vorsitzender der Werbegemeinschaft, erklärte, "Wir recherchieren gerade, wie man das Thema angehen könnte."