Stendal l Mit betont guter Laune und positiven Botschaften präsentierte sich der neue Stendaler Sparkassenchef Jörg Achereiner gestern im Landratsamt der Presse. Am Nachmittag wurde der gebürtige Kieler bei den künftigen Kollegen der Sparkasse mit einem Büfett empfangen und stellte sich.

Der 47-jährige Banker und Jurist wird seinen Posten als Vorstandsvorsitzender zum 1. Dezember antreten - und damit einen Monat früher als ursprünglich geplant. Er wolle mit Elan an die Arbeit herangehen und sein Wissen und seine Erfahrung, die er bislang gesammelt habe, "zum Nutzen der Menschen und der Wirtschaft der Region" einbringen, sagte er am Mittwoch im Beisein von Landrat Carsten Wulfänger (CDU). Dieser hatte ihm ein rotes Glücks- und Sparschwein zum Einstand mitgebracht und wünschte ihm viel Erfolg und dass das Unternehmen schwarze Zahlen schreibt und diese den Kunden Freude bereiten. Wulfänger sicherte Achereiner seine "volle Unterstützung" zu.

"Die Wahrheit gehört ans Tageslicht"

"Mir ist die jüngste Vergangenheit des Hauses bewusst", sagt Achereiner und spielte auf den Sparkassen-Skandal an. Er werde mit der Vergangenheit offen umgehen. "Die Wahrheit gehört ans Tageslicht." Wenn sich Anzeichen für weitere Ungereimheiten ergeben sollten, werde mit aller Wahrheit und Klarheit geprüft werden. Achereiner mahnte aber auch, dass keine Verdächtigungen gemacht werden sollten, die sich später als unwahr herausstellen könnten.

Der neue Sparkassenchef möchte räumlich eine Trennlinie zur Vergangenheit ziehen. Er werde nicht das Büro des ehemaligen Sparkassenchefs Dieter Burmeister in der obersten Etage des Gebäudes an der Arneburger Straße beziehen, sagte er auf Nachfrage. "Ich sitze gerne mit den Kollegen auf einer Ebene", sagte Achereiner.

Stand jetzt werde es keine Umstrukturierung bei der rund 300 Mitarbeiter großen Sparkasse geben, so Achereiner. Auch personelle Änderungen sind von ihm derzeit nicht geplant, er werde auch keine Mitarbeiter von seinem jetzigen Arbeitgeber der Ostfriesischen Volksbank in Leer mitbringen, wo er sieben Jahre als Vorstand tätig war. Zuvor arbeitet er in Kiel und Ludwigsburg.

Sehr bald nachziehen nach Stendal werden seine Frau und die beiden sechsjährigen Zwillingstöchter. "Ich bin ein Familienmensch", sagte Achereiner.