Die DDR bekam 1979 den Zuschlag zum Aufbau eines Telefon-Funknetzes in Mexiko zur Versorgung von abgelegenen Ortschaften. Es bestand aus fest installierten Telefonstationen, die über ein Funknetz mit dem eigentlichen Festnetz verbunden wurden.

Der Gouverneur einer Region wünschte sich ein mobiles Telefon, damit er sich in dieses Funknetz aus seinem Wochenendhaus in den Bergen und aus dem Auto einwählen konnte. So kam es zum Bau des einzigen Mobiltelefons aus DDR-Produktion.

Es wurden zwei Geräte hergestellt. Das Gerät für den Gouverneur und ein Prototyp zu Testzwecken in Berlin. Der Prototyp ist bis heute erhalten. Er wurde im VEB Funkwerk Köpenick in Berlin gebaut und befindet sich heute in Privatbesitz (Funkgerätesammlung Luckenwalde).

Das Gerät funkte im "UHF Radio Telefonie System" (URTES). Es trägt die formelle Bezeichnung "UDS 721 U". Die von der Stasi vergebene Funkkennung hieß "Blaumeise 3". Funkfrequenz: 440 bis 470 MHz (UHF-Band). Die Stromversorgung (12 Volt) lief über die Kfz-Bordspannung. Die Sende- und Empfangsreichweite: 20 km von der Funkbasisstation. Gewicht: 3,2 kg.

Zu Testzwecken wurde 1981 mit der "Blaumeise 3" in Berlin aus Wohnungen und dem Auto heraus mit Empfängern in verschiedenen Städten der DDR telefoniert. Ein offizielles Mobilfunknetz gab es in der DDR bis zu ihrer Auflösung 1990 nicht. Um keine falschen Telefon-Begehrlichkeiten bei der Bevölkerung zu wecken, war das URTES-Projekt in Mexiko kaum Thema öffentlicher Berichterstattung.