Magdeburg l 5000 Euro Zuschuss für Häuslebauer, 500 Euro Begrüßungsgeld für jedes Baby, Hunderttausende Euro zur Förderung der Vereine, knapp zehn Millionen Euro für eine neue Dreifelder-Sporthalle - die Gemeinde Barleben ist in den vergangenen Jahren nicht gerade knausrig gewesen. Doch weil die Gewerbesteuereinnahmen von rund 27 Millionen (2012) auf etwa vier Millionen Euro (2014) eingebrochen sind, steht die Gemeinde vor harten Einschnitten. Nun sollen Ausgaben reduziert, die Verwaltung verschlankt und Gebühren angehoben werden, wie Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff der Volksstimme bestätigte.

Da Personalkosten, Umlagen (zum Beispiel an den Landkreis) und Pflichtausgaben die Einnahmen übersteigen, muss die Gemeinde sogar ein Haushaltskonsolidierungskonzept erarbeiten. Allein der Haushalt 2015 weist ein Minus von 7,3 Millionen Euro auf. Bis zum Jahr 2023 droht ein Schuldenberg in Höhe von 57 Millionen Euro. Einen solchen Absturz hat es laut Städte- und Gemeindebund in Sachsen-Anhalt bisher nicht gegeben.

Keindorff: "Wir sollten unsere Rücklagen nutzen"

Den Vorwurf, dass Barleben in den vergangenen Jahren zu viel ausgegeben und zu wenig Rücklagen gebildet habe, weist der Bürgermeister zurück. Die Gemeinde hätte ja gerne wie private Unternehmen einige Investitionen über günstige Kredite finanzieren wollen, so Keindorff. "Doch die Kommunalaufsicht hat das nicht genehmigt. Wir sollten unsere Rücklagen nutzen. Die hätten wir aber gern genau für solche Fälle wie jetzt aufsparen wollen."

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