Die Masche der Warenbetrüger
Die Täter spähen leerstehende Wohnungen bzw. unbenutzte Briefkästen aus.
Darauf kleben sie ein fiktives Namensschild.
Unter diesem Namen bestellen sie Ware, zumeist hochwertige Elektroprodukte wie etwa iPads, Handys oder Ähnliches unter Angabe falscher Kontoverbindungsdaten.
Bei der Paketzustellung sind die Betrüger nicht vor Ort und spekulieren darauf, dass Nachbarn das Paket annehmen.
Mit dem Abholschein können sie sich dann an den Nachbarn wenden und sind samt Ware verschwunden.
Die Polizei mahnt deshalb, Pakete für namentlich nicht bekannte Nachbarn nicht anzunehmen.

Magdeburg l Wer kennt das nicht: Kurz vor Weihnachten wird noch fleißig bestellt, und wenn die Lieferung kommt, ist man nicht zu Hause. Dankbar kann man sich dann am Abend an Nachbarn wenden, die das Paket freundlicherweise entgegengenommen haben. Doch es gibt Menschen, die diese nachbarschaftliche Hilfe ausnutzen, wie ein Fall am Mittwoch zeigte, bei dem die Polizei einen Warenbetrüger auf frischer Tat ertappt hat. Zu verdanken hatte sie das einer aufmerksamen Seniorin, die im rechten Moment nicht nur bei der Wohnungsverwaltung anrief, sondern auch die Polizei informierte.

Die Mieterin einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus an der Lion-Feuchtwanger-Straße hatte an einem der Briefkästen ein fremdes Namensschild entdeckt. Stutzig geworden, fragte sie bei der Hausverwaltung nach, ob denn ein neuer Mieter eingezogen sei. Die Antwort lautete, dass keine der Wohnungen neu vergeben worden sei. Als die Rentnerin dann wenig später zwei Pakete der Post - adressiert an den vermeintlich neuen Mieter - entgegengenommen hatte, informierte die 75-Jährige die Polizei.

Die Beamten stellten daraufhin die Pakete sicher und kontrollierten den Briefasten. Er sei so präpariert gewesen, dass die Benachrichtigungskarte über die Paketsendung ohne große Mühe und ohne den Briefkasten zu öffnen, entnommen werden konnte.

Beim Eintreffen der Polizei flüchteten die Täter sofort


Der Spürsinn der rüstigen Dame war nun offenbar geweckt. Denn sie beobachtete den Hauseingang und konnte nur eine Stunde später zwei Personen ausmachen, die sich an dem Briefkasten zu schaffen machten. Beim Erscheinen der vorinformierten Polizei flüchteten die Täter augenblicklich. Zumindest einen der beiden konnten die Polizisten einholen und festhalten. Der 24-Jährige muss sich nun wegen Warenbetruges verantworten.

Die Polizei bedankt sich bei der aufmerksamen Anwohnerin und warnt vor der Annahme von Paketen von namentlich nicht bekannten Nachbarn.