Magdeburg l Ein 30-jähriger Autofahrer ist am Dienstag gegen 3.30 Uhr auf der A2 zwischen den Anschlussstellen Burg-Ost und Burg-Zentrum bei einem Zusammenstoß mit einem Lkw getötet worden. Sein Wagen war in Fahrtrichtung Hannover gegen die rechte Leitplanke geprallt, auf die Fahrbahn geschleudert und von einem Sattelzug erfasst worden. Dessen Fahrer wurde schwer verletzt. Innerhalb kurzer Zeit baute sich ein Stau auf. An dessen Ende krachte ein Lkw auf die stehenden Fahrzeuge und schob zwei weitere Laster zusammen. Der Fahrer des auffahrenden Lkw musste von der Feuerwehr schwer verletzt befreit werden.

Der beim ersten Zusammenstoß getötete Mann ist inzwischen das zwölfte Todesopfer auf der Autobahn 2 in diesem Jahr. Damit stieg die Zahl um das Doppelte im Vergleich zum gesamten Vorjahr. Auch bei den Schwerverletzten gab es einen Anstieg von 67 auf 99. Ronald Mandel, Leiter des Verkehrsdienstes der Autobahnpolizei Börde: "Am Stauende krachte es besonders häufig, meist durch die Unaufmerksamkeit der Autofahrer."

Staus an Baustellen gab es dieses Jahr reichlich. Mehrere Anschlussstellen und Fahrbahnen wurden erneuert. Der Chef der Landesstraßenbaubehörde Uwe Langkammer spricht von "mehr als einem halben Dutzend größerer Baustellen" auf der A2. Eine kam Anfang November unplanmäßig wegen Rissen an Schweißnähten im Unterkastenbau der Elbebrücken dazu. Allein dort krachte es durch kilometerlange Staus 52-mal, zwei Menschen starben, acht wurden zum Teil schwer verletzt.

Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) verkündete am Dienstag, dass die Reparaturen an der vor 17 Jahren gebauten Brücke drei Wochen früher als geplant am heutigen Mittwoch abgeschlossen sind. Zunächst wird der Verkehr Richtung Berlin wieder freigegeben. Bis Sonnabend bleibt die Gegenrichtung noch zweispurig.

Ursache der Risse am Brückenbau weiter unklar

Warum die Risse an etwa 140 Stellen im Stahlunterbau aufgetreten sind, ist noch unklar. "Wir haben Proben der Schweißnähte zur Untersuchung ins Labor gegeben. Mit Ergebnissen rechnen wir erst in einigen Wochen", sagte Langkammer. Indes werde die Brücke regelmäßig untersucht, um weitere Risse auszuschließen. Dabei sollen erstmals Schallsensoren eingesetzt werden, die bei neuen Rissen Alarm schlagen. "Die neuen Schweißnähte sind jetzt dicker als vorher", erklärt Langkammer.

Die Risse waren bei einer Routineprüfung im September entdeckt worden. Bei der letzten Untersuchung 2008 war noch alles in Ordnung. Wöchentlich rollen rund 500 Schwertransporte mit Lasten von mehr als 200 Tonnen über die Brücke. Unter den täglich bis zu 80.000 Fahrzeugen ist jeder vierte ein Lkw.