Magdeburg l Der Ausbau schneller Internet-Verbindungen in Sachsen-Anhalt soll mit EU-Fördermitteln beschleunigt werden. Dazu stünden bis 2020 insgesamt 110 Millionen Euro zur Verfügung, sagte Staatsminister Rainer Robra (CDU) am Dienstag. Mit dem Geld soll der Leitungsbau dort gefördert werden, wo sich ein wirtschaftliches Engagement für die Telekommunikations-Unternehmen nicht lohnt - etwa wegen der dünnen Besiedelung.

Die Landesregierung strebt an, dass in Sachsen-Anhalt bis 2020 flächendeckend Anschlüsse von 50 Megabit pro Sekunde angeboten werden können. Die Bundesregierung ist ehrgeiziger: Minister Alexander Dobrindt (CSU) will erreichen, dass jeder Haushalt in Deutschland schon zwei Jahre früher, also 2018, einen Internetanschluss von mindestens 50 Megabit pro Sekunde bekommen kann.

Seit 2009 hat die Landesregierung 38 Millionen Euro Fördergeld in den Internet-Ausbau gesteckt. Damit sei eine flächendeckende Grundversorgung erreicht worden, sagte Robra. Es hapert aber an schnellem Internet; derzeit liegt Sachsen-Anhalt im Ländervergleich auf dem letzten Platz. Laut TÜV Rheinland können hierzulande erst 32,3 Prozent der Haushalte schnelle Zugänge nutzen, bundesweit sind es 64,1 Prozent. Surf-Notstand herrscht vor allem in der Stadt Dessau-Roßlau. Dort verfügen erst 2,6 Prozent der Haushalte über schnelles Internet. Hintere Ränge belegen das Jerichower Land (14,9 Prozent), der Saalekreis (15,8 Prozent) und der Landkreis Börde (18,2 Prozent). Die besten Werte haben Halle (58,8 Prozent) und Magdeburg (58,3 Prozent).

Die Regierung dringt darauf, dass die Landkreise eine stärkere Rolle beim Breitband-Ausbau spielen. Derzeit läuft in der Altmark ein Modellprojekt. Dort will ein Zweckverband den Internetausbau in die öffentliche Hand legen und diesen so beschleunigen.