Magdeburg (wch) l In der Magdeburger Außenstelle des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU) haben in den ersten elf Monaten des Jahres 5380 Bürger einen Antrag zur persönlichen Akteneinsicht gestellt. Das seien fast 600 mehr als im ganzen Jahr 2013 und zeige das ungebrochene Interesse an den Akten, sagte am Freitag Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen, in Magdeburg. In Sachsen-Anhalt insgesamt seien 9087 Anträge gestellt worden, auch das eine Steigerung.

Gemeinsam mit Ex-Ministerpräsident Wolfgang Böhmer, der die vom Bundestag eingesetzte Expertenkommission zum weiteren Umgang mit den MfS-Hinterlassenschaften leitet, informierte sich Jahn auf Einladung des Magdeburger CDU-Bundestagsabgeordneten Tino Sorge über die Arbeit der Außenstelle. Die wachsenden Zahlen der Antragsteller sei ein klares Signal an die Kommission, so Jahn, dass die Akten noch 50 und mehr Jahre offen und damit zugänglich für die Bürger sowie für die Bildungsarbeit bleiben müssten. Böhmer, der dem Bundestag bis zum Frühjahr 2016 Empfehlungen vorlegen soll, bekräftigte ebenfalls, dass Akten nicht im Bundesarchiv verschlossen werden dürften.