Dessau-Roßlau (dpa) I Sie ist schwarz, schwer – und macht warm: Kohle ist in Sachsen-Anhalt als Heizmittel wieder stärker gefragt. Zur kalten Jahreszeit ist sie für viele Menschen eine Alternative zu Gas oder Heizöl, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab. Vor allem junge Menschen finden wieder Gefallen am Ofen. Denn die schwarzen Klumpen haben einen entscheidenden Vorteil: Sie sind wesentlich billiger.

"Die Kohle wird wieder beliebter", sagte etwa Ines Schroeter vom Anhaltischen Brennstoffhandel in Dessau-Roßlau. In den vergangenen Jahren hätten wieder etwas mehr Kunden in dem Kohlehandel die schwarzen Klumpen bestellt. Das habe viele Gründe.

Allen voran steht der günstige Preis. Kohle kostete im Sommer nach Angaben des Bundesverbands Braunkohle rund 5,8 Cent pro Kilowattstunde. Erdgas war mit 6,9 Cent pro Kilowattstunde etwas teurer. Am kostspieligsten war leichtes Heizöl mit rund 8 Cent pro Kilowattstunde.

Während einer Heizsaison verbrauche eine Familie für ihr Einfamilienhaus rund fünf Tonnen Kohle, sagte Schroeter. Das seien rund 950 Euro. Öl oder Gas seien im Jahr rund 1000 Euro teurer. Mit einem Kohlenofen ließen sich mehrere hundert Euro im Jahr sparen.

Vor allem jüngere Menschen schätzten zudem die Unabhängigkeit, die man bei Kohle habe, so Schroeter. Einmal bestellt, lagere die Kohle im Keller, wo sie je nach Bedarf geholt werden könne. Das sei nachvollziehbarer als das Anschalten einer Zentralheizung.

Rund 82 200 Wohnungen in Sachsen-Anhalt haben 2011 ihre Zimmer mit einem Ofen warm gehalten, teilte das Statistische Landesamt in Halle mit. Das geht aus jüngsten Zahlen der Haushaltsbefragung Mikrozensus zum Stichtag am 9. Mai 2011 hervor.

Überwiegend nutzten ältere Menschen die rustikalen Warmmacher, erklärte der Landesinnungsmeister des Schornsteinfegerhandwerks, Daniel Börner. Doch auch junge Leute fänden wieder Gefallen an der Kohle. Sie ließen sich oft einen neuen Kaminofen als Ergänzung zur Zentralheizung einbauen. Denn es gibt immer weniger unsanierte Wohnungen mit alten Öfen.

Kohlen hätten aber auch Nachteile, meinte Ulrike Germer vom Brennstoffhandel Germer aus Domersleben. Sie seien dreckig, Eimer schleppen anstrengend und Holz hacken nicht bei allen beliebt. Ein weiterer Haken sei eine neue Verordnung, nach der Öfen, die bestimmte Grenzwerte überschreiten, bald ausgebaut werden müssten.