Wolmirstedt l Zwanzig 110-KV-Schaltfelder, acht Anlagenfelder und zwölf Leitungsfelder werden gebaut. Im Sommer 2015 soll die erste Hälfte der neuen Einspeisung in Betrieb gehen und damit den Strom-Zufluss von Windenergie erheblich vereinfachen.

"Bislang musste ein großer Teil des im Land erzeugten Windstroms, der über die üblichen 110-KV-Leitungen zugeführt wird, den Umweg über alte 220-KV-Umspannwerke nehmen. In Zukunft kann in Wolmirstedt direkt mit 110 KV eingespeist werden", erklärt Avacon-Projektleiter Mario Bohms. 220-KV-Anlagen wird es in Zukunft nicht mehr geben, da Starkstromnetzbetreiber 50 Hertz seine Anlagen auf 380 KV umstellt. Der "Zubringer" für diese 380-KV-"Autobahnen" sind die 110-KV-"Bundesstraßen". Sie bekommen durch den hohen Anteil von Grünstrom in Sachsen-Anhalt zunehmend Kapazitätsprobleme. Die neue Direkteinspeisung am Umspannwerk Wolmirstedt soll den Abfluss von Energie aus Windkraft, Solar oder Biogas-Anlagen in das bundesweite 380-KV-Netz verbessern helfen. Auch das SWM-Stromnetz in Magdeburg wird sich mit dem Umbau stabilisieren. Der neue Einspeisungsknoten entlastet das Stadtnetz.

Derzeit werden in Wolmirstedt auf einem 100 mal 60 Meter großen Baufeld die neuen Leitungsträger errichtet. Im Sommer 2015 soll dieser Bereich dann angeschlossen werden. Bis 2017 dauert der Umbau insgesamt. "Baulich spielt sich sehr viel hinter den Kulissen ab. Bevor wir mit dem zweiten Bauabschnitt 2015 beginnen können, müssen Umrüstungen im Umspannwerk Sommersdorf bei Marienborn und der Bau einer 110-KV-Leitung von dort nach Wolmirstedt abgeschlossen sein", erzählt Bohms.Die neue Versorgungsstruktur, so die Hoffnung von Avacon und SWM, soll die Stromversorgung in Sachsen-Anhalt für die nächsten 60 Jahre sicherstellen.