Halle (dpa) | Rund 5600 ehemalige DDR-Häftlinge in Sachsen-Anhalt bekommen von ab Januar mehr Unterstützung. Die monatliche Opferrente wird um 50 Euro erhöht.

Zum Ende des vergangenen Jahres gab es in Sachsen-Anhalt 5651 Empfänger der "Besonderen Zuwendung für Haftopfer", teilte das Landesverwaltungsamt auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Zum 1. Januar 2015 erhöht sich die sogenannte Opferrente von 250 auf 300 Euro. Ein entsprechendes Gesetz verabschiedete der Bundestag am 4. Dezember einstimmig.

Die Opferrente steht Menschen zu, die in der DDR mindestens 180 Tage aus politischen Gründen inhaftiert waren und als bedürftig gelten. Bei Alleinstehenden liegt die Einkommensgrenze beim Dreifachen des Hartz-IV-Regelsatzes. Die strafrechtliche Rehabilitierung ist eine weitere Voraussetzung für die Zuwendung. Auch ehemalige Heimkinder und Insassen von Jugendwerkhöfen haben Anspruch auf die Opferrente.

In Sachsen-Anhalt wurden nach Angaben des Landesverwaltungsamtes 9870 Anträge gestellt und 6919 davon bewilligt, seit die Besondere Zuwendung für Haftopfer im September 2007 eingeführt wurde. Mehr als 115 Millionen Euro wurden seitdem an die ehemaligen politischen Gefangenen aus Sachsen-Anhalt gezahlt. Der Anteil des Landes an den Kosten betrug 35 Prozent.