Biere (dpa) | Bernd Lucke, Bundesvorsitzender der Alternative für Deutschland (AfD), hat an den krisengeschüttelten Landesverband Sachsen-Anhalt appelliert, die Zerstrittenheit zu überwinden. "Wir müssen uns auf die politische Arbeit konzentrieren", rief Lucke am Samstag den Delegierten eines AfD-Landesparteitages in Biere (Salzlandkreis) zu.

Das Ziel für die Landtagswahl im Frühjahr 2016 müsse ein zweistelliges Ergebnis sein wie zuletzt in anderen ostdeutschen Ländern. Lucke sagte, die AfD dürfe nicht populistisch auftreten, sondern müsse sachliche Lösungen für politische Probleme finden.

Alternative für Deutschland will scharfe Grenze zu Extremismus

Nach den Worten des Landesvorsitzenden André Poggenburg soll auf einem außerordentlichen Parteitag im kommenden Frühjahr über politische Themen gesprochen werden. Das soll dann der Auftakt für den Landtagswahlkampf sein. Das Landesparlament wird ein Jahr später im Frühjahr 2016 neu gewählt.

Poggenburg sagte, die Alternative für Deutschland stehe für eine transparente und bürgernahe Politik und werde sich um die "Sorgen der deutschen Bürger" kümmern. Es werde aber auch eine scharfe Grenze zum Extremismus gezogen. Laut Poggenburg hat die AfD in Sachsen-Anhalt rund 300 Mitglieder, der Trend sei positiv.

Parteiinterne Querelen in Sachsen-Anhalt

Die Alternative für Deutschland in Sachsen-Anhalt hatte zuletzt für Schlagzeilen gesorgt, weil Vorstandsmitglied Jobst von Harlessem wegen umstrittener Facebook-Veröffentlichungen zurücktrat. Er hatte unter anderem eine Fotomontage verbreitet, auf der maskierte Männer US-Präsident Barack Obama und zwei weitere US-Politiker an einem Galgen aufhängen.

Auch in den Monaten zuvor gab es zahlreiche Rücktritte. Erst im Juni war der Landesvorstand neu gewählt worden, weil im März ein Großteil der damaligen Landesverbandsspitze nach parteiinternen Querelen abgetreten war. Lucke betonte am Samstag: "Wir sind alle Anfänger in der Politik. Da kommen Fehler vor."