Magdeburg l Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) will seine Vorgaben für Bundeswehr-Kontakte von Schulen entschärfen. Das kündigte er gestern an - nach einem Gespräch mit dem Chef des Bundeswehr-Landeskommandos, Oberst Axel Lautenschläger.

Eine 180-Grad-Wende gibt es beim Thema Nachwuchswerbung. Erst in der vergangenen Woche hatte Dorgerloh verkündet, dass ab sofort "jedwede direkte oder indirekte Form der Berufswerbung für die Bundeswehr an Schulen während der Schulzeit zu unterlassen ist". Dieses Verbot wird nun gekippt: Die Karriereberater der Bundeswehr dürfen wieder in Schulen auftreten. Das Ministerium spricht von einer "Präzisierung".

Bekräftigt wird die Vorgabe, dass Schulen bei Diskussionen mit Bundeswehr-Vertretern über Friedenspolitik auch andere Meinungen hören sollen. Allerdings folgt jetzt die Ergänzung: Findet sich kein Vertreter von Friedensorganisationen, reicht auch die Vor- und Nachbereitung durch einen Lehrer. "Es ging uns nie darum, die Einladung von Bundeswehr-Vertretern zu verhindern", betonte Ministeriumssprecher Martin Hanusch.

Die Bundeswehr war zudem pikiert, dass in Dorgerlohs Papier im Zusammenhang mit Truppenbesuchen von "erlebnispädagogischem Eventcharakter" die Rede war. Dieser Begriff soll gestrichen werden. CDU-Fraktionschef André Schröder begrüßte den Kurswechsel. Dorgerloh habe auf Kritik der CDU reagiert und verzichte auf "Gängelei im Umgang mit der Bundeswehr".