Magdeburg l Richter Jörn Draack hat es im Zivilprozess um den Gewinn eines Weltraumfluges am Freitag kurz gemacht. Obwohl die meisten Anwesenden mit einer Entscheidung gerechnet haben, verkündete er die Fortsetzung des Prozesses am 10. Februar nächsten Jahres.

Sechs von der Seite der Beklagten benannte Zeugen sollen dann gehört werden. Mit ihrer Hilfe will das Gericht klären, was genau als Gegenwert für den gewonnenen Flug vereinbart wurde. Darum geht es auch im Kern des Streits.

Der Berliner Autohändler Bilal M., der auch einen Verkaufsplatz in Burg betreibt, fühlte sich angesichts des geschätzten Gewinnwertes in Höhe von 79000 Euro von Heike Düsterhöft ausgetrickst. Vor laufenden Kameras formulierte er es gestern so: "Mir geht es hier nicht ums Recht. Es geht mir um die Ehre." Und er fügte hinzu: "Ich hätte nie gedacht, dass mich mal eine europäische Frau so abziehen würde." Dann drehte er sich empört um und ging emotional aufgewühlt in den Gerichtssaal.

Es folgte Heike Düsterhöft, mit einem Lächeln im Gesicht, siegesbewusst, dass sie doch eines Tages den blauen Planeten von einem Shuttle aus betrachten könnte. Dieses Raketenflugzeug befindet sich zwar noch in der Entwicklung, aber sie ist hoffnungsvoll: "Im Mai habe ich in Bordeaux mein nächstes Training, das bleibt auch so."

Der Streit zwischen den beiden ehemaligen Geschäftspartnern beschäftigt das Landgericht bereits seit Sommer dieses Jahres. Eine Mediation war zuvor gescheitert.

Der Kläger meinte, dass eigentlich er den Preis beim Gewinnspiel einer Fastfood-Kette gewonnen hatte. Diesen tauschte er aber mit Heike Düsterhöft gegen Autos und Alufelgen aus ihrer Autowerkstatt ein. Während die Magdeburgerin immer wieder betonte, dass der Mann alles Verabredete erhalten habe, bestreitet dies der Kläger. Seine Forderung: Mehr Geld oder den Gewinn zurück.