Halle (dpa) I Nach Ansicht von Arbeitsmarktexperten wird die Zahl der Menschen ohne Job in Sachsen-Anhalt im Jahr 2015 weiter sinken. "Ein großer Treiber ist auch die demografische Entwicklung", sagte der Chef der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit, Kay Senius, in Halle. Die Beschäftigung werde nur moderat zunehmen.

Unter günstigen Umständen könne sich die Zahl der Beschäftigten um durchschnittlich 4200 auf 778.500 erhöhen. Das entspreche einem Anstieg um 0,5 Prozent, stellte Senius fest und bezog sich auf die Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) Nürnberg. Damit liege Sachsen-Anhalt unter den Werten von Ost- und Gesamtdeutschland, für die vom IAB ein Beschäftigungswachstum von 1,3 Prozent beziehungsweise 1,4 Prozent prognostiziert werden.

Sachsen-Anhalt gehört zu Schlusslichtern auf dem Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosenquote, die im Oktober erstmals 10 Prozent unterschritten hatte, verharrte im November bei 9,8 Prozent. "Es kommt auch auf die konjunkturelle Gesamtlage an, ob wir im kommenden Jahr dauerhaft unter die Zehn-Prozent-Marke rutschen werden", sagte Senius. Das werde vor allem im Frühjahr und im Herbst der Fall sein, wenn es erfahrungsgemäß konjunkturelle Aufschwünge gebe.

Im November waren 114.614 Frauen und Männer in Sachsen-Anhalt ohne Beschäftigung, 86 mehr als im Vormonat und 5576 weniger als vor einem Jahr. Bei der Arbeitslosenquote belegte Sachsen-Anhalt im Ländervergleich im November weiterhin einen hinteren Platz. Es folgten Berlin und Mecklenburg-Vorpommern (beide 10,4 Prozent) und Bremen (10,5 Prozent).

Die meisten Zuwächse bei der Beschäftigung werde es in der Dienstleistungsbranche geben, sagte Senius voraus und nannte das Gesundheit- und Sozialwesen. Auch das sei der demografischen Entwicklung geschuldet.