Berlin (vs/dpa) l In etlichen Städten bemühen sich "Pegida"-Anhänger, Islamfeinde auf die Straße zu bekommen. Am ersten Montag im neuen Jahr waren sie allerdings außer in Dresden weitgehend erfolglos. Vielerorts war die Zahl der Anti-"Pegida"-Demonstrationen deutlich größer. In Berlin protestierten 5000 Menschen gegen Ausländerfeindlichkeit, in Hamburg 4000, in Stuttgart 4000. In den Universitätsstädten Münster und Marburg kamen 10000 und 3000 Menschen zusammen.

In Halle sind Studenten der Martin-Luther-Universität (MLU) heute aufgerufen, gegen eine für nächsten Montag geplante "Pegida"-Demonstration in Leipzig Flagge zu zeigen. Stefan Krabbes und Oliver Jähnichen, beide Studenten an der MLU, haben bis Dienstag auf der von ihnen eingerichteten Facebook-Seite 340 Anmeldungen zur Teilnahme an den Gegendemonstrationen in Leipzig entgegengenommen. "Demokratie endet ja nicht in Halle, und eventuell unterstützen uns ja auch die Leipziger, falls uns in Halle ein ähnlicher Aufmarsch droht", begründete Krabbes sein Engagement.

Am Dienstag meldeten sich auch ehemalige DDR-Bürgerrechtler zu Wort. Es sei "falsch und verlogen", den Ruf "Wir sind das Volk" für völkisch-rassistische Zwecke zu nutzen, heißt es in dem Aufruf. Zu den Unterzeichnern gehören Friedrich Schorlemmer, Wolfgang Tschiche und Markus Meckel.

In einem weiteren Appell haben Politiker und Wirtschaftsführer Stellung bezogen. In der "Bild"-Zeitung vom Dienstag wandten sich unter anderem die Altkanzler Helmut Schmidt und Gerhard Schröder (beide SPD) gegen die islamfeindlichen Demonstrationen. Schmidt kritisierte, die Proteste appellierten an "dumpfe Vorurteile, an Fremdenhass und Intoleranz".